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33. Lang und Cappellcr.
Die durch die Cysat in Luzern unterhaltene wissen-schaftliche Thätigkeit fand auch zur Zeit der Scheuchzerwürdige Vertreter, die in beschränkterem Kreise, aber ingleicher Richtung, besonders auch zur Forderung der Pa-läontologie wesentlich beitrugen.
Carl Niclaus Lang 1 ) (1670-1741) studirte zuerstbei den Jesuiten in Luzern , dann Medicin in Bologna underwarb sich den Doctorgrad in Rom . Nach Beendigung seinerReisen in Italien , Deutschland und Frankreich und längererpraktischer Thätigkeit in seiner Vaterstadt, erhielt er 1700die Stelle eines Stadtarztes in Luzern . Mit grosserer Lieheergab er sich jedoch der Naturgeschichte; er war Mitgliedder Acad. Nat. Cur., der Acad. von Bologna und Siena ,der Berliner Academie und, seil 1713, Correspondent derPariser Academie. Durch seine Verbindungen in Italien ,Portugal , Frankreich , Deutschland wurde seine naturhisto-rische Sammlung auch vielfach mit Producten fremder Länderbereichert.
Obgleich mit allen Zweigen der Naturgeschichte be-kannt und mit einer Beschreibung des Cantons Luzern be-schäftigt, zu deren Vollendung ihm jedoch die Müsse undGeldmittel fehlten, war doch Lang vorzugsweise Paläoutologund Mincralog. Seine Sammlung scheint derjenigen vonScheuchzer nicht nachgestandeu zu haben, und ausserdemhatte er die freie Benutzung der reichen Sammlung desGrafen von Trautmannsdorf, der sich längere Zeit, als kai-serlicher Gesandter, in der Schweiz aufhielt. Diese Sammlungendienten Lang als Grundlage seiner Histori« lapidum fif/u-ratorum Heleetiw ejusi/ue ei finite , in qua non sohtm
') Iiist. Lungii, Mus. tiolv. T. III, 1749.
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