DRITTES BICH.
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Obgleich bereits in die folgende Epoche eingreifend,schliesst sich doch, nach seiner Bildung und seinen Leistun-gen. nahe an Lang und Scheuchzer
Moriz Anton Cappeller 1 ) (16S5-1769) von Luzern ,!>r. Med.. Mitglied der Acad. Nat. Cur. und der Londoner Soc. - Mil vorzüglichen Kenntnissen in der Mathematik,Naturwissenschaft und Medicin ausgerüstet, trat Cappellerals Mililiirarzt in österreichische Dienste, und befand sich1707 mit der k. k. Armee bei der Eroberung von Pescara ,wo er auch als Ingenieur Dienste leistete. Nach der Schweiz zuruckgekehrt, versah er auch im Kriege von 1712, beidenLuzernertruppen, die Stelle eines Genieofficiers, lebte aberspäter, als gesuchter Arzt, ganz seiner Praxis und wissen-schaftlichen Studien.
Mit Vorliebe beschäftigte C. sich mit den Kryslallen;er arbeitete an einem grösseren Werke darüber, wovonjedoch nur ein Prodromus erystallographiie, 1723, er-schienen ist. Wie llottinger und andere Schriftsteller seinerZeit, versteht C. unter lvrystall nur den Bergkrystall undandere krystallisirte Substanzen heissen ihm Crysfalti im-proprie sic dicti. N on der Classification und Entstehungdieser letzteren, besonders nach Gulielmini und Swedenborg!!,handelt dieser Prodromus und verweist in Betreff der eigent-lichen, d. h. der Bergkrystalle, auf das Hauptwerk.
Grosses Aufsehen erregten damals die 1719 am Zinken-stock, rechts vom Aargletscher, gefundenen Bergkrystallevon einer bis dahin unbekannten Grösse. Ihre Entdeckungveranlassle zunächst die eben angeführte Schrift von Cap-peller. Schon 1721 erschien anonym eine kleine SchriftChryslallographia , oder Beschreibung der in dem ClintonBern und dessen Landschaft Ilasli im Wyssland gefun-
‘) Balthasar, Eloge hist, de M. A. Cappeler. Nouv. Joarn.holv. Xov. 1761).