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VIKflTES BICH.
einer Reise über London und Paris , wo er mit den Ge-lehrten seiner Hauplstudien näher bekannt wurde, undeinem längeren Aufenthalt in Basel , um sieh unter Johann Bernoulli in der Mathematik weiter zu bilden, kehrte 11.,1729, nach Bern zurück. Eine Alpenreise, 1728, mit Johann Gessner und dem von Haller innigst geliebten BenedictSlähelin, Professor der Physik in Basel , halte Haller zu demGedicht über die Alpen begeistert. Er trat in Bern auf als prak-tischer Arzt und beschäftigte sich vorzugsweise mit Anatomieund Botanik; jeden Sommer benutzte er zu botanischenReisen im Jura oder in den Alpen, ln seinen Bewerbungenum eine Stelle als Inselarzt, dann um eine Professorstelleder Eloquenz war er nicht glücklich, erhielt aber, 1734,die Stelle des Oberbibliothekars der Stadlbibliolhek, die ihm,während seiner kurzen Verwaltung, die Abfassung einesneuen Catalogs verdankt. Bei der Stiftung der Universität Güttingen , unter Georg II. , wurde er, als Professor derAnatomie und Botanik, an die neue Anstalt berufen, diebald an ihm ihren ausgezeichnetsten und thätigsten Lehrerfand. Er gründete daselbst das anatomische Theater und denbotanischen Garten, ferner die k. Akademie der Wissen-schaften, die ihn zu ihrem beständigen Präsidenten erwählte,und die GöUinger Anzeigen , die über 12000 Artikel vonihm enthalten sollen. Hier auch war es, wo er seine wich-tigsten Werke, theils herausgab, theils vorbereitete, unterden ersteren das Iler helceticum anni 1739, den Commenlar.in Boerhaxwe prmlect ., 7 Yol. 8°, 1710, die Enunieratiostirpium heißet., fol., 1712, die Icones annlomicm, ful., 1713,die Disputat. analom., 2 Yol. 4°, 1716. Mil Ehrenbezeu-gungen überhäuft kehrte H., 1753, nach Bern zurück. Durchdas Loos, das damals in der Yerlheilung der Aemter üblichwar, fiel ihm erst die Stelle eines Rathhausammans zu, dannwurde er Direclor der Salzwerke von Bex und Roche, woer, während der Amtsdauer von 1758 bis 17(34, seinen