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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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ZÜRICH UND DIE OSTSCmVEIZ.

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Nach dem Tode der beiden Scheuclizei, 1738, erhielt Gessnerdie erledigte Professorstelle der Mathematik und Physik,womit die einträgliche Stelle eines Chorherrn verbundenwurde, und lebte von nun an ganz der Wissenschaft. Durchihn angeregt, traten 1747 mehrere Freunde der Naturkundezusammen, der Bürgermeister Ilans Co nr. He idegger(1710-1778), der Rathsherr Dr. Rahn (1709-1780) u. A ,und stifteten die Physikalische Gesellschaft, welche,durch freiwillige Beiträge der Mitglieder, in wenigen Jahreneine beträchtliche naturwissenschaftliche Bibliothek, einenphysikalischen und astronomischen Apparat und eine Samm-lung von Naturalien zusammenbrachle und, etwas später,auch zu einem botanischen Garten gelangte. Gessner warbis an sein linde Vorstand der Gesellschaft.

Die Physikalische Gesellschaft von Zürich istder älteste Verein dieser Art in der Schweiz . Es war zwarbereits 1079 ein Collegium philomusorum daselbst entstanden,worin ökonomische und medicinische Dinge verhandelt wur-den; es dauerte aber nur bis 1082. im Jahr 1742 verban-den sich mehrere Aerzte zu einem Collegium anatomicum,das sich später zu einer Bildungsanslalt für Studirende derMeöiein erweiterte und nur den Unterricht im Auge hatte.Die neue Gesellschaft bezweckte, sowohl gegenseitige An-regung und Bildung der Mitglieder und Verbreitung nützlicherKenntnisse im Publicum, als Förderung der Wissenschaft.Nach einigen Jahren trat sie, für den Canton Zürich , beinahganz in die von der Berner Oekonomischen Gesellschaft mitso vielem Erfolg gewählte Bahn und s'rebte, mit edlemGemeiiisinn, auf Hebung des Landbaus und des allgemeinenWohls einzuwirken. Im Druck erschienen von ihren Ar-beiten nur drei Bände als Ahhamliunge /. der naturforschen-den Gesellschaft in Zürich , ITtil-lTliß.

Ungeacht seiner unermüdlichen wissenschaftlichen Thä-ligkeil besitzt mau von Gessner wenig litterarischc Lei

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