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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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VIERTES BUCn.

stungen. Seine vielfach durch Correspondenz und das Zu-sammenbringen, Anordnen und Etiquettiren seiner mannig-faltigen Sammlungen zerrissene Zeit, auch wohl zu hoheAnsprüche an eigene wissenschaftliche Arbeiten Hessen ihmnicht die erforderliche Müsse, weit aussehende Plane durch-zufuhren. Seine bedeutendste Arbeit ist die Phytologia sacra,1759-1768 , eine teleologische Botanik nach dem Vorbildvon Dcrhains Physico-T/ieologie und ähnlicher Werke. DiePflicht, jährlich eine Dissertation zu liefern, gab jedochAnlass zu einer Reihe kleinerer sehr werthvoller Arbeitenüber physikalische, astronomische, botanische und verwandteGegenstände. Von einem grossen botanischen Werke, welchesdie Kennzeichen der Linneschen Geschlechter darstellensollte, erschien ein geringer Theil, mit 64 Tafeln, erst 4795durch seinen Grossneffen Salomon Schinz; der ursprünglicheText und die vielen Tafeln, die er hatte zeichnen lassen,scheinen verloren; eben so eine Descriplio Mus. Gessneri,wenn dieselbe je existirt hat >), ferner ein Catal. stirp.horli l/otan. Tig., eine Jchthyologia helcet. und alle andernManuscriptc *). Ein schöneres Denkmal, als zahlreiche,nicht mehr gelesene Bände von Druckschriften, hat Gessnersich durch die Liebe zur Naturwissenschalt gesetzt, die seitder von ihm ausgegangenen Anregung in Zürich einheimischgeblieben ist. Seine Vorträge besonders bewirkten die libe-rale Bereitwilligkeit, grössere Geldopfer zu bringen, zurHerstellung von Sammlungen, Apparaten, einer Bibliothekund eines Gartens, und durch die, zwar schon von Scheuch-zer eingefuhrlen, aber durch Gessner noch eifriger und bisin sein spätes Alter fortgesetzten Alpenreisen mit jungen

') Haller, Schweiz . Bibi. I, 339, sagt nur, wenige Jahre vorGessners Tode, sie sei versprochen. Das Museum enthielt 3000Pflanzen, 1900 Mineralien, 700 Meergewächse, 100 Früchte etc.D Wolf, Biographien I.