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VIER TES BUCH.
Sulzers war vorzugsweise der Philosophie und Aesthetikzugewendet. Seine Hauptwerke sind die Moralischen Be-trachtungen über die Werke der Natur, 17X5, und dieAllgemeine Theorie der schönen Künste , 2 Vol. }°, 1771-7);durch seine Bearbeitung der Scheuchzersehen Werke undeinige ihm eigenthumliehe Schriften, die wir später anfuhrenwerden, greift er jedoch auch in unser Gebiet ein’).
Es hatte sieh Winterthur noch anderer gelehrter Mit-bürger zu erfreuen:
Job. lleinr. Hegner ( 1715-1782) Med. Dr. halteinDeutschland seine Studien vollendet und unter Chr. Wolfsich fiir die Mathematik begeistert. Nach Winterthur zurück-gekehrt, wurde er, 17(50, Sladtarzt und fand neben seinerBerufsarbeit immer noch Zeit zur Fortsetzung mathematischerStudien und Unterhaltung einer gelehrten Lorrcspondenz mitSalzer in Berlin , Jetzier in Schaffhausen u. A.
Anna Barbara Reinhart (1730-1796), Tochterdes Rathsherrn Reinhart, wurde als junges Mädchen vonDr. Hegner ärztlich behandelt und, da er ungewöhnliche An-lagen bei ihr wahrnahm, in die Mathematik eingefuhrt. Sie lasspäter die Werke von Newton, Euler , Gramer u. s. w.. be-gleitete sie mit ihren Bemerkungen und stand in gelehrtemBriefwechsel mit Daniel Bernoulli , Jeizler und andern Ma-thematikern. Der jüngere Job. Bernoulli , der mit der Mar-quise du ühülelet persönlich bekannt war, gab ihr vor dieserden Vorrang, und Daniel Bernoulli setzte sie gleich nachClairaut, Euler und wenigen andern Mathematikern seinerZeit *).