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und in der Gesellschaft zu theilen. Nacli beendigtem theo-logischem Examen nahm er, 1740, eine Hauslehrerstelle inZürich an und wurde hier bekannt mit der Familie Scheuch-zer. Die Itinera alpina und die Naturgeschichten von J. J.Scheuchzer waren früher schon seine Lieblingslectur ge-wesen, und die Freundschaltzu einem jüngeren Verwandtendes Verfassers mochte ihn später bestimmen, eine deutsche Ausgabe der ersteren und eine Sammlung der letztem, 1746,herauszugeben. Der Vater des jungen Scheuchzer war Land-vogt in Knonau, und diess bewog Sulzer , sich um dieStelle eines Pfarrvikars in dem nahen Maschwanden zubeweiben, die ihm auch zu Thcil wurde. Der Umgang mitder Scheuchzer’schen F'amilie scheint auf Sulzer denselbenallgemein bildenden Einfluss ausgeubt zu haben, wie derAufenthalt in dem Hause von Salis auf Lambert. Er verliessindess diese Stellung, um eine Hauslehrerstelle in Magde burg anzunehmen, da auch sein Freund sich inzwischen nachDeutschland begeben hatte. Hier bearbeitete er die Werkevon Scheuchzer und diese, zugleich mit früheren eigenenschriftstellerischen Leistungen verhalfeu ihm zu einer wohl-wollenden Aufnahme in Berlin bei Euler und Maupertuis.Durch ihren Fnnfluss erhielt er, 1747, die Stelle eines Leh-rers der Mathematik am Joachimsthal-Gymnasium in Berlin ,und drei Jahre später wurde er auch in die Akademie derWissenschaften aufgenommen. Häusliches Unglück und Un-annehmlichkeiten , die mit seiner Lehrstelle verbunden wa-ren, bewogen ihn einen Urlaub zu einem Aufenthalt in derSchweiz zu benutzen und, nach Ablauf desselben, 1763,seine Entlassung einzureichen. Der König rief ihn jedochzurück, wählte ihn zum Professor der Philosophie und,1776, zum Director der philosophischen Classe der Akade-mie. Ein Brustübel war durch einen Aufenthalt in Nizza erleichtert, aber nicht gehoben worden, und er erlag dem-selben nach seiner Rückkehr in Berlin . — Die Thätigkeil