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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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KARTEN l'ND RELIEFS.

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In den ersten Jahren des Jahrhunderts war Samuel Bodmer aus Zürich als ArtillerieolTicier und Geometer inBern angestellt und ihm, 1705, der Auftrag erlheilt wor-den, die Grenzen des Cautons geometrisch aufzunehmen.Scheuchzerder ihn, 1706, auf seinem Landsitz in Am­ soldingen besuchte, sagt, er habe bis dahin geliefert: eineKarte vom Bernerschen Aargau, eine Karte vom Münster-thal im Bisthum Basel, einen Abriss vom Weg über dieGemmi und das Marchbuch, darin der Plan und Grundrissder hohen Landmarchen der mdchligen Republik und Standvon Bern , wie selbige in ihrem Grund und Limiten liegen,und an alle benachbarten Herrschaften anstossen. AusBefehl der hohen Obrigkeit verfertiget durch Samuel undImmanuel Olt, Geomelrice Studiosos. Die Menge und Aus-dehnung dieser Leistungen lässt auf schnelle Arbeit schliessen.Wahrscheinlich wurde das Astrolab oder die Boussole ge-braucht, um einige Hauptpunkte zu fixiren und der Detailvon Auge eingezeichnel. Die auf dem hiesigen Archiv be-findliche Grenzkarte durchläuft das wildeste Hochgebirge derBerneralpen und gibt Ansichten der die Märchen umgeben-den Situation in willkürlicher, oft aus der Ferne gezeich-neter Darstellung, so dass z. B. die Aitels niedriger er-scheint, als das kleine Dubenhorn am Gemmipass. DieNamen der beiden Ott, wahrscheinlich bei Bodmer in der Lehrestehend, kommen sonst nirgends vor, dagegen gibt Bodmer,nach einem mit biblischen Cilaten geschmückten Eingang,folgenden Bericht:(es wurde verzeichnet) ein jeder March-stein und seine Qualität, seine Macht und was er zu be-fehlen habe, die Länge der Linien von einem Marchsteinzum andern, und dann wie sie auch in ihren Gradus-Winkeln gegen einander stehen Die Arbeit wurde 1710vollendet, der Text aber erst nach 1712, da diese Jahrszahl

') Itin. alp.