GEOLOGIE.
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Saussure seine Beobachtungen, weder durch Profilzeichnungen,noch durch geologische Karten zusaminenstellte, wurde ihmdas Aufrassen allgemeiner Verhältnisse beinah unmöglich,und je länger er seine Forschungen fortsetzte, je mehr That-sachen er in verschiedenen Theilen der Alpen sammelte,desto weniger gelang es ihm, sie zu classificiren und zurGrundlage einer Theorie zu machen. Im ersten Theile nochseiner Reisen zweifelte er nicht an der Lösung dieser Auf-gabe, und er versprach (1779) in der Vorrede, die theore-tischen Resultate seiner Arbeiten im III. Bande, nach 3 bis4 Jahren, milzutiieilen; allein am Schlüsse des IV. Bandes(1796) liest man die niederschlagende Erklärung: Dansma jeunesse, lorsque je n'aoais encore traverse les Alpesque par an petit nombre de passages, je croyais aooirsnisi des fails et des rapports generaux. Je pronunyaimeine, en 1771, un disconrs „Sur la structure des mon-tagnes ', oü j’exposais ces resultats. Mais depuis que desvoyages repetes dans differentes parlies de cette chainem’ont presente des falls plus nombreux, j’ai reconnu qu’onpoucait presque assurer quil n’y a dans les Alpes riende conslant que leur variele. Bedenkt man, dass de Saus sure sich die schwierigste Partie der Geologie zur Aufgabegewählt hatte, die auch jetzt noch weit davon entfernt ist,wissenschaftlich abgeschlossen zu sein, so wird man esleicht erklärbar linden, dass, bei dem damaligen Zustandealler Hülfswissenscliaften, sein Bestreben, die Räthsel derGranitbildung zu lösen, nicht von Erfolg sein konnte.
Was seine Zeitgenossen uns über die Geologie desHochgebirges hinterlassen haben, ist jedenfalls neben seinenArbeiten beinah unbedeutend zu nennen. Auch ihre Beob-achtungen bleiben meist local und vereinzelt, wie sie dasReisetagebuch enthielt. Gewöhnlich wird nur die Steinart,aber nichts über ihre Lagerung angegeben, und eine Zu-sammenstellung zu allgemeinen Resultaten selten versucht.