Buch 
Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
Entstehung
Seite
603
JPEG-Download
 

GEOLOGIE.

603

Steinarien mit den im Quellbezirk dieser Querthäler anste-henden Gesteinen. Die Verbreitung der Felsblücke erklärtEsc-lier durch Wasserflutben, die sich, bei gleichzeitigerZerreissung der äusseren Alpenketten, durch die Querthälerüber die niedere Schweiz ergossen. Es eröffnete diese Arbeit,in Verbindung mit der 1820 ausgeschriebenen Preisfragelieber das Wachsen und Abnehmen der Gletscher , derenLösung Venetz übernahm, die neueren Untersuchungenüber die Verbreitung der Fündlinge.

Die letzte geologische, im Druck erschienene Arbeit vonEscher war ein Vortrag vor der tS20 in Genf versammeltenschweizerischen Naturf. Gesellschaft Geber das Juragebirge').Er weist darin nach, w ie die von Genf gegen Osten hin zu-nehmende Entfernung des Jura von den Alpen , nicht sowohlvon einem veränderten Streichen der Ketten beider Ge-birgssysleme herrühre, als von dem staffelförmigen Ab-brechen der Jurakelten, so dass man, von den Alpen aus,zuerst die vorderste, dann die zweite u. s. f. der von derHhone her streichenden Ketten das Hügelland begrenzensehe.

Man w'iirde sich irren, wenn man den Einfluss, denEscher auf die Entwicklung der Geologie in der deutschen Schweiz ausgeubt hat, nur nach den kleinen Druckschriftenbcurtheilen wollte, die wir von ihm besitzen. Die hohe Ach-tung, in der er bei seinen Zeitgenossen stand, ging auchauf seine Lieblingswissenschaft über, die bis dahin demgrösseren Publicum kaum dem Namen nach bekannt ge-worden war. Er zog allen seinen Ehrentiteln den TitelGeolog oder Geognost vor, während de Saussure stets alsPhysiker auftrat. Ein grosser Theil seiner Beobachtungenist, durch mündliche und schriftliche Mittheilung, in denWerken ihm befreundeter Geologen, besonders in denjenigen

') Leonli. Tasehenb. XVI, 1822.