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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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GEOLOGIE.

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Grauwacke, d. h. Uebergangssandstein nenne, da ja dasUebergangssystem in der südlichen Hauptketie so grossartigauftrete; eben so wenig dürfe die Benennung Grauwackeauf die Sandsteine (Nummulitensandsteine) der Tilliskelte,der Niesenkette und auf die Conglomerate von Sepey an-gewandt werden, die Escher mit Hecht alle mit dem Sernf-conglomerat vereinige. Alle Kalksteine nördlich von diesenConglomeraten und denselben aufgesetzt, der Molezon, dieGebirge des Simmenthals und Stockhorns, die Pilatuskette,der Glärnisch , sind Alpenkalk (Zechstein ), alle südlich lie-genden sind Uebergangskalk. Daher ist auch die von Eschervorgeschlagene Benennung Ilochgebirgskalkstein überflüssigund nur verwirrend. Die Differenz in den Ansichten beiderGeologen hatte ihren Grund darin, dass von Buch die Naturmehr im Grossen betrachtete und sich vorzüglich auf dieLagerung stutzte, die er allerdings meist nach dem Schichten-fall beurlheille, ohne den Contact näher zu untersuchen,während Escher sich ängstlich an petrographische Charaktereanschloss und mikroskopische Geologie trieb. Der eine hattedurch seine Heisen den Blick sich erweitert und ein überder Schule stehendes freies Unheil gewonnen, der anderekannte nur die Gebirge seines Vaterlandes und glaubte inden pelrographischen Bestimmungen der Lehrbücher einenfesten Haltpunkt zu finden.

Wie Ebel und alle Geologen jener Zeit nahm auch vonBuch in den Alpen eine primitive Centralkette an, die inder Regel mit der Wasserscheide Zusammenfalle. Er hattezwar früher schon bemerkt, dass der Montblanc sich vondieser Kette loszutrennen scheine und nach West und Ostschnell abfalle; in seinen Bemerkungen über das Bernina-gebirge in Graubünden ') modificirle er jene Ansicht auchin Bezug auf Bünden. Die Centralkette zeigte sich hier,

j Bert. Akad. 1814-1815.