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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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FÜNFTES BUCH.

wenn er sie vom Splügen her in den Bernina, von diesemnach dem Ferment oder Selvretta und dann wieder in dieOezthalgebirge verfolgte, dreimal unterbrochenund es be-stätigt sich auch hier, dass sich das ganze Alpengebirgeendlich in einzelne grosse Massen auflöst, welche gleich-sam durch Damme mit einander Zusammenhängen. DieseMassen sind Cenlralpunkte, welche Arme nach vielen Sei-ten hin aussenden . Die Formationsfolge findet er indessauch in Bünden regelmässig wieder: primitive Gesteine, Gneismit Glimmerschiefer, Urihonschiefer, Serpentin, von Tirano überden Bernina und Albula bis Bergün , dann die Grauwacke(Verrucano) von Filisur , auf dieser den Uebergangskalk-stein von Tiefenkasten. Am Julier und Albula ist ihm dieherrschende Steinart nicht Granit, sondern Syenit.

Auf seinen Alpenreisen trug von Buch eine der älterenAusgaben der Kcllerschen Karte bei sieh, die er nach undnach geologisch zu coloriren strebte. Es waren auf dieserKarte, nach der Kopie, die mir von Buch in der Mitte derZwanzigerjahre zu nehmen erlaubte, fast ausschliesslich dieprimitiven Felsarten fleckweise aufgetragen, Granit, Gneis,Glimmerschiefer, Tlionschiefer, Kalkglimmerschiefer, Urkalk-stein, Gyps, Serpentin, Porphyr. Die Ceutralmassen desMontblanc, Fiusteraarhorns und Gotthards erscheinen ziem-lich richtig begrenzt, die zwei letzteren sind durch Thon-schiefer getrennt. Eine Zone von Grauwacke beginnt beiPlafers, streicht durch den Hintergrund von Glarus und durchSchächenthal und erscheint wieder in der Niesenkette undam Nordabfall der Diablerets und des Moeuverau; einezweite Grauwackepartie ist bei Filisur , Davos und Langwiesbezeichnet. Häufig ist Streichen und Fallen eingetragen,u. A. ist das abnorme meridiane Streichen am Valserbcrgund Splügen und, nach Mitlheilungen von Esclier, das einemKreisbogen folgende Abfallen der Kalkgebirge der Kuhfirsten,des Falkuis und Calanda bemerkt, nach einem Kreisbogen,