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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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BERGBAU.

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Ein ähnlicher Streit hatte, wenige Jahre vorher, über denGyps des Val Canaria bei Airolo , zwischen Lardy undBrochant statt gefunden. Lardy hatte den N einfallendenGyps von Granat fahrendem Glimmerschiefer bedeckt gesehenund betrachtete ihn daher als eine der Hauptmasse des Gott-hards untergeordnete primitive Bildung '); Brochant dagegenglaubte sich überzeugt zu haben, dass der Gyps nur als einejüngere, dem Glimmerschiefer aufgesetzte Thalausfüllunganzusehen sei s ). Die Uuhaltbarkeit der letzteren Ansicht istspäter von Rengger 3 ) u. A. nachgewiesen worden.

Im Sommer 1788 besuchte, im Aufträge der Regierung,der prcussische Oberbergralh Kerber alle damals unterBern stehenden Bergwerke. Seine Berichte sind nicht imDruck erschienen und, so weit es sich ohne Einsicht in dieArchive beurtheilen lässt, scheinen sie den Betrieb nichtwesentlich verändert zu haben. In den Salzwerken von Bexgab er den Rath, sich auf die Benutzung der Quellen zubeschränken und das Aufsuchen eines Salzfelsens aufzu-geben 4 ). Die Reise nach dem Bleiwerke von Lautcr-brunnen und dem Eisenwerke von Mühlethal, an dietheilweise auch Wild, Struve und von Erlach von Spiez, da-mals Landvogt in Lausanne und kenntnissreicher Liebhaberund Sammler von Mineralien, sich anschlossen, ist vonManuel 5 ) beschrieben worden, der bei diesem Anlasse

sein. Er selbst spricht später (Poggd. Ann. 1825) von beinahverticalen Anhydritschichten, wo man, nach seiner früherenDarstellung, die horizontale Umbiegung der Mulde zu findenerwarten sollte. Nach einem kleinen Durchschnitt, den ichLardy verdanke, herrscht von der Grande Eau bis an denAvanfon steiles Südfallen.

') Lardy, sur le gypse du Val Canaria, Ann. des Mines II, 1817.

a ) Brochant, observ. sur les terrains de gypse ancien dans lesalpes. Ibid.

s ) Rengger, Beiträge zur Geognosie, 1824, p. 42 u. f.

*) Ferber, drei Briefe an Hm. von Racknitz, p. 29.

5 ) Hopfners Mag. IV.