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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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FÜNFTES Bl'Ctl.

die nähere Beschreibung vieler alpinischen Steinarten, seinemSohne Theodore die ersten Analysen derselben. In Mailand war Pini eifrig mit der Lithologie des Gotthards und derLombardie beschäftigt; er beschrieb zuerst den dort vor-kommenden Adular und die ausgezeichneten Feldspathkry-stalle von ßaveno. Mit ihm wetteiferten, von der Schweiz aus, Struve und 13erthout van 13er ehern, Hopfner,Morell; Struve und ausländische Chemiker, besondersklaproth, Lau gier, Vauquelin, Westrumb lehrtendie Bestandtheilc, Home de lIsle und Ilauy die Krystal-lisation der neu aufgefundenen Steinarten kennen.

Pini lieber den Gotthardsberg, 178-1-, kennt unter denMineralien desselben nur die Ilergkrystaile, deren Einschlüssenach ihm niemals, wie damals noch behauptet wurde, or-ganischen Körpern angehören, ferner Amethyst, rolhen Fluss-spalh, Granat, Eisenglimmer in sechsseitigen Tafeln oderrosenförmig, Eeldspalh und Adular.

Storrs Alpenreise ist noch ärmer. Er beschreibt sehrausführlich mannigfaltige Krystalle und Drusen von Feldspath (in seiner Sprache Schwerspat!) ) und Bergkrystall(nach ihm Schwerquarz) und gibt Abbildungen davon, sprichtauch von Chlorit und Glimmer QBlätterschirl) und Turmalin(i elektrischer Glasschirl), ohne anderer einfacher Mineralienzu erwähnen.

Im Sommer 1791 wurde zuerst durch Fleuriau deBellevue 1 ) Campolongo genauer bekannt. Er fand da-selbst den biegsamen dolomitischen Marmor, bei 1000 Toisesoberhalb dem Thalgrund, einem mächtigen Tremolithlageruntergeordnet, welchem Cyanit führender Glimmerschieferaufgelagert ist. Später machte derselbe auch auf den Vul-pinit (Anhydrit) aus der untern Val Camonica aufmerksam 2 ).

) Sur un marbre elastique du St. Gotthard. Journ. de Phys. XLI,1792.

*) J. de Phys. IV, 1793.