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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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FÜNFTES BICn.

In einem Briefe von Chr. Bernoulli 1 ) an Leonhard,worin er seine Reise über die Grimsel und den Simplonnach Mailand und über den Splügen zuruck erzählt, stehtwohl die erste Nachricht von dem im Dolomit des Binnen-thals vorkommenden Realgar und Auripigment. Das miter-wähnte 'Weisserz ist das nun als Dufrenoysit und Binnitbekannte Mineral. Aus dem Seitenthal von Heil. Kreuz wirdZoisit, Yesuvian und ein lauchgrüner dunnblätlriger Speck-stein (Antigorit?) angeführt. Auf der Grenze des Thaiesfindet man grünen Asbest in fingerdicken gebogenen Stäben.Im Baltschiederthal, unterhalb Brieg , kommt das Wasserbleihoch an einer unersteiglichen Felswand (im Granit) vor undkann nur aus den herunterfallenden Trümmern gewonnenwerden.

Um diese Zeit fanden die Brüder Camossi, oder ihre Leute,im Dolomit von Campolongo die rolhen und blauen Corunde,die kostbarsten Gemmen der Gottliardsammlungen, durchausgezeichnete Exemplare besonders in denjenigen von.Ju-ri ne und Lardy vertreten. Der Letztere gab eine Be-schreibung des Minerals in dem Yerzeichniss seiner, späternach England verkauften Sammlung 2 ). Ein Jahr vorherhalte er, mit v. Charpentier und Em. Thomas, Campolongobesucht und über die dortigen Lagerungsverhällnisse an Leon-hard einen, die frühere Beschreibung von Fleuriau deB e 1 le v u e ergänzenden Bericht geschrieben 3 ). Auch Weissaus Berlin , nach seiner Rückkehr von einer im SommerIS 14 gemachten Reise an den Gotthard , schrieb über dieCorunde von Campolongo . als neulich aufgefundener Mine-ralien. Derselbe Brief erwähnt der schon kryslallisirten, ganzin Brauneisenstein umgcwandellen dunkelbraunen Schwefel-kiese aus der Umgebung des Gotthardhospizes 4 ).

') Leonh. Tasclienb. VII. 1813.

2 ) Leonh. Tasclienb. X. 1816.

l I.eonlf. Tasclienb. IX. 1815.

4 ) Ebend.