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kennen wir de Chaillet. In Lugano war der ChorherrYerda (f 1820) mit der Flora seiner reichen Umgebungbeschäftigt. — Ein Verzeichnis von 112 Arten, die in den20 Jahren, seit dem Erscheinen von Hallers Historia, ent-deckt worden waren, erschien, wahrscheinlich von Reynier,in den Mem. phys. et d’hist. natur. pur Reynier et Struve.Lavs. 1788, nebst 7 Abh. über einzelne Fflanzenarten derWaadt .
Wenden wir uns von der französischen nach der deut schen Schweiz , so linden wir als eifrigen Sammler in Basel den Dr. Hagenbach. In Bern waren Wyttenbach,Tribolet, Koch in Thun und auch der jüngste Sohn vonHaller bemüht, den Fussslapfen ihres berühmten Mitbürgerszu folgen. Später schlossen sich ihnen Morell und Gottl.Grüner an und, in den ersten Jahrzehenden unseres Jahr-hunderts, wusste Seringc 1 ), als Lehrer und auf botanischenWanderungen, die Jugend mit Liebe für die Pflanzenwelt zuerfüllen. Von seinen Schülern sind später EmauuelSchäler (1785—1853), zuletzt Pfarrer in Belp , Verfasserder Enumeratio lichenum europwonnn, und Ur. SamuelBrunner, (1790—1844), Verf. mehrerer Reisebeschrei-
') Nicolas Charles Seringe (1776—1858) geh. zu Lonju-rueau bei Paris , kam im Anfang des Jahrhunderts als Militär-arzt mit den französischen Truppen nach Bern und liess sichdaselbst nieder als Lehrer des Französischen und der Botanik.An der, 1805, neu gestalteten Akademie trug er die letztereWissenschaft, in Verbindung mit Excursionen, vor, bis ein Rufvon de Candolle ihn, als Conservator seines Herbariums, nachGenf zog, Am Ende der Zwanzigerjahre folgte er einem Rufenach Lyon , als Professor der Botanik an der Faculte des Scien-ces und Director des botanischen Gartens. Er war hier unterden Gründern der Horticular-Gesellschaft und starb daselbst,obgleich gebeugt durch hohes Alter und häusliches Unglück,mitten in voller Thätigkeit, als einer der vorzüglichsten Be-förderer botanischer Studien.