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Geschichte der physischen Geographie der Schweiz : bis 1815 / von B. Studer
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FÜNFTES BUCH.

billigen in südliche Länder, in deren Darstellung indess mehrder Tourist als der Ilotaniker sich hervorhebt, als tüchtigeBotaniker bekannt geworden. In Zofingcn warf sich derin allen Gebieten des Wissens herumschwiirmende Dr. Suter ''lauf die Botanik, um von den politischen Sturmen der hel-vetischen Zeit anszufuhen, blieb ihr indess nur kurze Zeittreu und kehrte bald wieder zu der Philologie zurück.

) Johann Rudolph Suter (1766-1827), aus Zoiiugen, erhieltseine erste Bildung in Bern und zog, 1785, nach Göttingen , woer sich die Zuneigung, besonders von Heyne, Meiners und Spittlererwarb, ohne sich auf ein bestimmtes Lehrlach concentriren zukönnen; am meisten fühlte er sich zur Philologie hingezogen.Nach seiner Rückkehr blieb er 4 Jahre in Zofmgen, ohne Be-ruf, entschloss sich dann zur Mediän und ging, 1791. nachMainz , um bei Sömmering Anatomie zu studieren, spielte hiereine hervorragende Rolle in den Clubs der Jakobiner und ent-kam, bei der Erstürmung von Mainz durch die Deutschen , 1793,mit Notli nach Güttingen , wo er seine medicinischen Studienfortsetzte, vorzüglich aber, unter Hoffmann, sich mit der Bo-tanik befreundete, da er die Herausgabe von Commentaricn zuden classisciien Naturhistorikern beabsichtigte und zugleich aufeine Reise nach Asien sich vorbereiten wollte. Als Dr. Med.kehrte er, 1794, nach Zofingen zurück und suchte sich in denärztlichen Beruf hinein zu leben, als das Revolutionsjahr 1798ihn wieder in die Politik warf. Er wurde Mitglied des helveti-schen Grossen Rathes, befreundete sich enge mit Rengger,Zimmermann, Kuhn, Usteri etc. und zeichnete sicli aus durchenthusiastische Freiheitsreden. Im Sommer 1801 trat S. in denPrivatstand zurück und lebte von nun un allein der Wissen-schaft und der ärztlichen Praxis. Seine Arbeiten über Theo-phrast und Dioscorides fortsetzend, wandte er sich wieder derBotanik zu, machte Excursionen in den Umgebungen von Zo­ fingen , mit Thomas eine kleine Reise in den Gebirgen von Bexund Unter-Wallis und shrieb seine Flora Helvetica , 1802. Durchdie Gunst des Kanzler Mutach, mit dem er in Güttingen stu-diert hatte, erhielt er, 1820, einen Ruf als Professor der Phi-lologie an die Akademie in Bern und blieb in dieser Stellungbis zu seinem Tode. Usteri, Nekrol. Verh. der echte. Natur/.Oes. 1827, und in den Kleinen Schriften, 1832.