130
wechselnd betraten, nämlich : Agassis, Forbcs, Professorder Physik in Edinburgh , Du Chätclier von Nantes ,E. Dcsor und die Führer Jakob Leuthold, Joh. Jaun,Melchior Bminholzcr und Andreas Abplanalp. — DerGrat des Jungfraugipfels wurde auf etwa 20 Fuss Längeangeschlagen, während dessen Breite von 6 bis 10 Zollwechselte. Die Gehänge der beiden Seiten hatten zwi-schen 60—70° Neigung. Die Fläche des höchsten Punktesbildete ein kleines Dreieck von etwa 2 Fuss Länge undl 1 j-i Fuss Breite.
Es mochte S’/s Uhr sein, als Leuthold zuerst HerrnAgassiz auf den Gipfel führte. Der Himmel war voll-kommen klar und so dunkel, dass er fast schwarz schien.Gegen Osten zu zeigte sich das Blau gegen den Horizontallmählich blasser. Die Thermometer zeigten 3 Gradunter 0. Während der ganzen Zeit des Verweilens sowohlals des Hinansteigens spürte niemand in der Gesellschaftirgend einen üblen Einiluss der verdünnten Luft aufseinen Organismus. Selbst Du Chätelier, der erst seitwenigen Tagen in den Alpen weilte, fühlte sich ebensowohl wie die übrigen. Auf der Oberfläche des Gneis-gesteins, welches nahe dem Gipfel zu Tage geht, trafendie Reisenden noch einige Flechten an. Von tierischenOrganismen fanden sie keine Spuren, aber über ihrenHäuptern wiegte sich ein Falke in der Luft. Währenddie Umrisse der entlegenen Gebirge nur sehr unbestimmtsichtbar waren, entrollte sich um so fesselnder das Ge-mälde der nächsten Umgebung vor den Augen der Sieger.Es waren die umgletscherten Kämme und Gipfel, die denHofstaat der Jungfrau bilden und auf deren kolossaleKuppen man hinuntersah. Nur das F'insteraarhorn erhobsich über ihrem Horizonte. Mit Recht bemerkt Desor,dass es nicht die ungeheure Ausdehnung des Gesichts-