mit der Absicht, das Bietschhorn über den Xordostgratzu besteigen. Zehn Minuten von da begann das Ansteigenan den steilen Hängen, die sie rechter Hand hatten.1 )er Weg führte sie um die Kante zu einem Punkt unter-halb des kleinen Birchgletsehers. Nach links abbiegendstiegen sie über Fels- und Schneehänge auf den Kücken,welcher den Firn des Ausseren Standbachgletschers be-gränzt. Nach einer kurzen, weiteren Steigung gelangtensic auf einen breiten Schneesattel am Fusse des Bietsch-horns. Von da überblickten sie nach Südosten den Äus-seren Baltschiedcrfirn f'Jägilirn der Dufourkarte). Eswurde nun die Erklimmung der Pyramide des Bietsch-horns versucht, allein nachdem man über einige steileFelsen ohne Schwierigkeit und über eine Eishalde mit-telst eingehackter Stufen hinangeklettert war, fand sichnäher dem Gipfel zu der Weg über die schneeige Schneideso schmal, dass man, ungefähr 250 Fuss unter dem Gipfel,ein weiteres Vorgehen bei dem herrschenden kalten Windefür unmöglich erklärte und wieder nach dem joch hinunter-stieg. Von dem Sattel, der den Namen Ba/tschiederjocherhielt, wurde ohne Hindernis über den Baltschieder -gletscher und durch das Baltschiederthal nach Yisp hin-untergestiegen. Von Platten nach dem Joch hatten sie3V'2, von da nach Visp P/2 Stunden Marsch gebraucht.
Die zweite Besteigung des Bietschhorns und dieerste über den Westgrat glückte dagegen im Sommer1867 Herrn Edmund von Fellenherg, S. A. C. Der-selbe verliess mit den Führern Peter Michel und PeterEgger, nebst Anton Siegen und dessen Sohn Joseph,gegen Abend Ried und stieg in einer Stunde bis zu derWaldhütte «im Nest» empor. Diese war leer. Die Nachtwurde auf dem Strohlager zugebracht.
Studer, Über Eis und Schnee. 2. Aufl.
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