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Brücke vor der Rousseau-Insel vorbeiläuft. Glaubt man aberwirklich in Genf Jemanden finden zu können, welcher sich nichtmit allen Kräften dagegen verwahren würde, wenn die Rhone oberhalb der Montblanc-Brücke noch mittelst einer Eisenbahnbrückeüberschritten werden wollte?
Beider Eisenbahnbrücke ist es keineswegs deren Ansteigen gegendie Mitte hin, welches einen unbeschreiblich häßlichen Anblick bietenmuß, sondern das Zusammentreffen dieser Krümmung in verti-kalem Sinne mit jener in horizontalem Sinne, sowie der zwischenBahnbrücke und Straßenbrücke entstehende schiefe Winkel.
Es wird ferner gesagt» eine Eiscnbahnbrücke befördere underleichtere die Erstellung einer Straßenbrücke.
Aber auch hier ist gerade das Umgekehrte der Fall, indem eineEiscnbahnbrücke nach dem Welti'schen Trace ein fast unüberstcig-liches Hinderniß für die Erstellung einer Straßenbrücke bildet. HerrWetli veranschlagt die ganze Linie von der Tonhalle bis Engeauf eine Million Franken, von der jedenfalls nur ein kleinererTheil aus die Brücke treffen könnte, während eine den Verhält-nissen entsprechende Straßenbrücke allein über eine Million kostenwird. Diese Summen an sich zeigen schon, daß die Straßen-brücke als weitaus die wichtigere Unternehmung kaum durch dieBahnbrücke gefördert werden kann, daß letztere jedenfalls nichtbestimmend auf die Lage der erstem einwirken kann. Wer wirddiese Kosten für eine Straßenbrücke aufbringen wollen, nachdemdie Entwicklung der Gegend durch die Bahn zerstört ist? sicherdie Stadt niemals und kaum auch die Gemeinde Riesbach. Manwird sich um so mehr mit einem an die Bahnbrücke angehängtenTrottoir begnügen, vorausgesetzt, daß sich Jemand findet, derdieses bezahlt, und die Bahn nicht zu viel Entschädigung dafürverlangt, weil eine größere Anlage doch am unrichtigen Ortwäre. Die Brücke selbst am richtigen Ort aber wird in unbe-stimmte Ferne hinaus aufgeschoben bleiben.