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Agassiz' und seiner Freunde geologische Alpenreisen in der Schweiz, Savoyen und Piemont : unter Agassiz', Studer's und Carl Vogt's Mitwirkung / E. Desor ; hrsg. von Carl Vogt
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Wenn die Centralmasscn weit von einander abstehen,wie dies z. B. in Graubünden und in Wallis der Fall ist,erlangt der Flysch eine außerordentliche Mächtigkeit undbildet für sich hohe Ketten und große Gebirgsstöcke. Zugleicher Zeit erleidet er merkliche Umwandlungen, die mitdem Auftreten der Serpentine in engem Zusammenhangezu stehen scheinen, und machen die mineralogische Bestim-mung der Felsart in vielen Fällen sehr schwierig. DieFärbung der Schiefer und Sandsteine geht in's Grünlicheüber; der Talk und Epidot beginnt sich zu entwickeln; all-mählig wird die Masse zu Talk- oder Chloritschiefcr; dieSchichtung verschwindet, und zuletzt hat man Diorite, Epi-dotgesteine, Spilite vor sich, ohne daß es in den meistenFällen möglich ist, eine Grenze zwischen den grünen Schie-fern, den Aphanitgesteinen, dem Serpentine und dem Gab-bro zu sieben. Und dennoch überzeugt man sich leicht aufdem Wege über den St. Bernhard, in dem Bagnethal undin der Mehrzahl der südlichen Thäler des Wallis , so wiein dem Oberhalbstein (Graubündcn) daß diese so verbrei-teten grünen Schiefer von dem gemeinen grauen Flyschnicht getrennt werden dürfen. Dieser nämlichen Gruppeder grünen Schiefer gebären auch die Topfsteine an, welchemau an mehreren Orten von Graubündcn und Wallis ausbeuten

Wenn im Gegentheil die Ccntralmasscn einander sehrgenäherr sind, wie z. B. diejenigen des Finsteraarhornsund des St. Gotthard, so findet sich der Flysch auf eineenge Zone zusammengerückt, bisweilen verschwindet er sogargänzlich oder stellt wenigstens nur einzelne Streifen indem Glimmerschiefer und dem Gneiße dar. In diesemFalle ist der Kalk gewöhnlich in weißen oder gefärbtenMarmor oder auch in Dolomit umgewandelt, und die