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Brücke bei der Salpetersiederei.
Da der Schub der ganzen Drücke sich auf die Stirnpfeiler fortpflanzt, auch nichtalle Bogen zugleich gerichtet werden können, weil die Schifffahrt nicht unterbrochen werdendarf, so ist es nöthig, Nothstirnpfciler anzulegen, um nur je drei und drei Bogen vonjedem eigentlichen Stirnpfciler an mit einem Mahle richten zu können.
Zu diesem Ende wird zuvörderst ein Gerüste von gleicher Höhe mit den Balkenauf den doppelten Pfahlreihen auf 4 Reihen Pfählen unter der dritten Oeffnung, voneinem Stirnpfeiler an gerechnet, angelegt. Darauf kommen doppelte Zangen auf Böcken,welche die untern Theile jeder Curve umfassen, mit denselben verzahnt und mit Schrau-benbolzen zusammengezogen werden.
Dadurch, daß der Schub der Curven jedes dritten Bogens aufgehalten wird,kann jeder derselben so viel Widerstand leisten, daß die zwei andern Bogen zwischensolchem und dem Scirnpfeiler auf derselben Seite gerichtet werden können, woraufdann auf gleiche Weise die drei Bogen auf der andern Seite aufgestellt, und die Ge-rüste weggenommen werden können, auf welchen die 2 ersten Bogen gerichtet worden,so daß die Schifffahrt durch diese gehen kann.
Hierauf wird der mittelste Bogen gerichtet, und dann nach und nach die Gerüsteund Zangen unter den anliegenden weggenommen, worauf der Schub sich auf die Stirn-pfeiler fortpflanzen wird.
Gut wird es sein, alles Holzwerk auf den Bauplätzen auf beiden Seiten der Brückezuzuhauen und abzubinden, während die Jochpfähle eingerammt werden, damit alleBogen in einem Jahre abgebunden und gerichtet werden können. Die Fahrbahn er-hält auf jeder Seite von der Mitte der Brücke an 6 Fuß Gefälle, also 1^ Zoll aufdie Toise. (Man sehe Tafel zz.)
Man kann sehen, daß die Stärke der Curven wesentlich von der Verbindung derersten Reihen Hängebänder abhängt. Man weiß, daß die Kräfte, mit welcher Holz-stücke von gleicher Länge dein Zerbrechen widerstehen, sich verhalten wie die Pro-dukte aus den Breiten in die Quadrate der Höhen, so daß zwei also verbundene Holz-stücke so viel halten müssen, als 4 einzelne, wodurch nur halb so viel Holz als sonstnöthig wird.
Im Jahre 177z sind die Kosten zur Erbauung dieser Brücke auf höchstensZOOOOO Livres geschätzt worden.
Es schien nöthig, die Oeffnungen zwischen den Jochen weiter zu machen, (siesind beinahe dreimal so weit, als in mehrern Seine-Brücken die Bogen, unter wel-