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bauten, haben Atmosphärilien und Gewässer zersetzendund erodirend an ihrer Umgestaltung gearbeitet. WeiteSchutthalden, mächtige Morainenwälle und die Alluvial-bildungen der Gebirgswasser treten uns trotz der hüllen-den Schneedecken und dichten Vegetationsteppicheüberall als redende Zeugen dieses Umgestaltungs-processes entgegen. Die hier arbeitenden Naturkräfteenthüllen sich uns selbst, und wir bedürfen zur Er-klärung ihrer Wirkungen nicht des Hebels der Hypo-these, sondern nur der aufmerksamen Beobachtung;denn sie sind, wenn auch nicht quantitativ, so dochqualitativ heute und in jedem Augenblick wirksam, wievon Anbeginn und werden in ihrer hier langsamen undeontinuirlichen, dort plötzlichen und gewaltsamen Arbeitfortfahren, bis „die Berge weichen“. Die wildestenZerstörer, die „gefährlichsten Feinde der Alpenbewohner“Duile), sind die Wildbäche. Eine Darstellung ihrerUrsachen, ihrer Verheerungen und ihrer Bekämpfungist in den folgenden Zeilen versucht.
Für Unterstützung mit einschlägiger Literatur —über welche Anmerkungen die nöthige Auskunft geben— bin ich neben meinem verehrten Lehrer, HerrnGeheimrath Professor Dr. C. Neumann, den HerrenProfessoren Galle und Partsch zum wärmsten Dankeverpflichtet.