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gramrn Wasser genau gleich O 0 .“ 1 ) Demnach kann einKilogramm von 8° warmen Regenwasser nur 0,1 Kilo-gramm Eis auflösen. Da nun das Innere der Eirnmeereund Gletscher unveränderlich die Temperatur des Ge-frierpunktes hat, 2 ) und der auffallende Regen zumeistdurch Risse und Spalten in die Tiefe dringt, so könnenwir auch hier für Regenwasser von 8° nur einen Zu-schuss von 10 Procent, für 16° von 20 Procent er-warten. Schmilzt nun auch die Wärme der Luft diedurch die Sonne mehr oder weniger affieirte Oberflächeab und reisst der stark austretende Bach ganze Eisstückemit fort, so besitzt doch andererseits der Gletscher einsehr starkes Retentionsvermögen. „Die Gletscher —sagt Vogt 3 ) — lassen sich gewissermassen ungeheurenSchwämmen vergleichen, indem sie in ihren Poren undHaar spalten eine ungeheure Quantität Wasser zurück-halten, welche nur nach und nach abfliesst und auchdann noch die Gletscherbäche unterhält, wenn im Be-ginn der kälteren Jahreszeit keine Schmelzung auf derOberfläche mehr stattfindet, oder statt Regen Schnee inden Hochregionen fällt.“ Bei den ausserordentlichenRheinüberschwemmungen 68 war im Oberrhein der An-theil an Gletscherwasser, (d. h. also der Gletscherbächemit Regen- und Schmelzwasser,) laut Messungen vonVerseil, etwa 6 Procent der Stromabflussmenge.Natürlich würde dieses Verhältniss im Rhonethal —
fl Wiillner „Experimentalphysik.“ Leipzig , 1878, ßd. III.,pag. 542. — Joch mann „Grundriss der Experimentalphysik.“Berlin , 1877, pag. 197. Die genauesten Versuche über Schmelzungs-wärme haben 79,25 Wärmeeinheiten ergeben.
2 ) Helmholtz Wissenschaftliche Vorträge, Heft I., „Eis undGletscher“, pag. 118- lieber die Einwirkung des Druckes auf denGefrierpunkt siehe ib. und Wiillner.
3 ) Carl Vogt „Lehrbuch der Geologie.“ Bd. II., pag. 22.Braunschweig , 1854.