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Im Yal de Bagne hängt über eine Steilwand derG-etrozgletscher ins Thal hinein, sowie derselbe vor-rückt, x ) stürzen die vorderen Theile, denen die .Unterlagefehlt, in das enge Thal und bilden hier einen „Gletscher-Schuttkegel“ (schweiz . Wildbäche, pag. 435). Die An-sammlung dieser Trümmer veranlasste 1818 die 10 m.Anstauung der Dranse und ihre verhängnissvolle Ueber-sehwemmung. Bei erfolgtem Ausbruch wälzte sich einSchuttstrom mit Baumstämmen und Felsblöcken dasThal hinab, trotz seines groben Materials die fünfzehnKilometer lange Strecke bis Chable in 35 Minutendurcheilend (Studer).
Wir haben das plötzliche Anschwellen der Gebirgs-wasser erklärt; ihre Geschiebeführung, das Losreissenund Ablagern fester Bestandteile ist bedingt durchdie hypsometrischen, petrographischen und Yegetations-Yerhältnisse einer Gebirgsgruppe.
Nach den Ermittelungen Elie de Baumont’s istbei einem Gefall von 1 m. auf den Kilometer, d. h.einer Neigung von wenig über 3 Minuten die Grenzeder Schiffbarkeit, bleiben bei 8—9 m. Gefall (0,5°) kopf-grosse Kieselsteine meist liegen und können bei 25 m.(1,5°) noch Blöcke von 2 Fuss Durchmesser fortgewälztwerden. In den Alpen haben wir Wildbäche mit einemdurchschnittlichen Gefälle von mehr als 25°, währenddie Neigungswinkel der grösseren Thäler mehr oderweniger unter einem Grad Zurückbleiben. Der Rhein z. B. hat von der Mündung der Landquart bis zum Boden see ein Gefall, das sich von 5,5 m. auf den Kilometerauf 0,126 m. vermindert (d. h. von etwa 20 MinutenNeigung auf 25 Secunden), die Dora Baltea 2 ) im Thalvon Aosta auf 100 Kilometer Länge durchschnittlich
0 Fritz „period. Längenänderungen der Gletscher“, Peterm.Mitth. 78, pag. 386.