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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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17 m. Gefall (58' 26"), während das ihrer Seitenbäche,je nachdem sie vom Kamm der begrenzenden Gebirgeoder weit vorspringenden Ausläufern herunter kommen,zwischen 45 m. (Buthier de Bionaz) und 180 (Torrentde St. Barthdlemy), also zwischen 2° 36' und 10° 22'schwankt. Der Boden des oberen Yintschgaus ist imDurchschnitt noch nicht einen vollen Grad geneigt, 1 )dagegen haben auf der linken Thalseite der Gladria-und Töllgraben resp. 16° und 24°, auf der rechten derTascher- und Toblandergraben 20 °. 2 )

Je tiefer die Thäler in das Gebirge eingeschnittensind, um so grösser müssen im Allgemeinen dieWirkungen der Wildbäche sein. Betrachten wir dieAlpen aus diesem Gesichtspunkte, so erscheint dieItalien zugewendete innere Seite des sich bogenförmigaufbauenden Gebirges als die ungünstiger gestellte.Schon Livius (21, cap. 35) bemerkt sehr richtig:pleraque Alpium ab Italia sicut breviora, ita arrectiorasunt. Der Fuss der Westalpen liegt freilich in Frank­ reich am Unterlauf der Rhone tiefer als in Piemont ,immerhin aber sind die dem Po zueilenden Gewässer,da der italienischen Seite die Voralpen fehlen, weitkürzer, als die zur Rhone fliessenden, und liegt dieWasserscheide der piemontesischen Ebene weit näherals der Provence . Den Centralalpen lagert auf dernördlichen Seite die schweizerische und bairische Hoch-ebene, auf der andern die Tiefebene der Lombardei T °r und liegt dem fünfundachtzig Kilometer langenThal des Tessin das des Rhein mit einer Länge von

0 Simonylieber Alluvialgebilde des Etschthaies" in denSitzungsberichten der Kais. Akademie der Wissenschaften, math.naturw. Classe. Wien , 1857 . Bd. 24 , pag. 455 92 .

a ) Der Neigungswinkel x ist leicht aus der Angabe des Ge-iälls a und der Länge des Laufs b zu berechnen, da log sin x^ Lg a /b.