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der Schluchten sieht man zuweilen Steinwälle, wie ver-steinerte Ströme, von den hochgelegenen Schutthaldennach dem Thalboden hinabreichen, an einigen Orten-»Züge“, an anderen „Steinrieseten“ genannt. Die ein-zelnen Blöcke sind alle mehr oder weniger abgestossenUn d setzen sich bei sehr starken Regenströmen mit Ge-polter in Bewegung. Erdrutsche sind natürlich sehrse lten, nur wenn ein Bach den Euss einer Schutthaldeabschneidet, kommen sie vor. Die Commission zurUntersuchung der schweizerischen Wildbäche berichtetT °n manchen Thälern, die in. festen Gneis eingeschnittenSl nd und sich selbst bei „unverantwortlicher Entwaldung“Uoch halten; gut bewachsen zeigen sie bei ihrer Aus-uhindung in den Thalboden nicht einmal einen Schutt-hegel,
wie z. B. das Eginenthal des Ober-Wallis . TonEeitenthälern des Bergell heisst es, sie arbeiteten in zuhartem Gestein, als dass sie sich tief einschneidenkönnten; ebenso berichtet Lepsius vom Tonalit der-Ä-damellogruppe: wohl bröckele fortwährend Gestein abuud die Wände seien mit Trümmerhalden umgeben,aber dennoch mache die Erosion wenig Fortschritte.
Schneller arbeiten Verwitterung und Zerstörung imGlimmerschiefer, wie es die Wildbäche im Tessin , imUintschgau und theilweise im Ahrnthal zur Genüge dar-thun. Die Talk- und Chloritschiefer und der Kalk-glimmerschiefer (Bretterbach bei Windisch-Matrey!) derTauernthaler setzen bei ihrer blättrigen Textur der
Erosion keinen grossen Widerstand entgegen, die cristal-liniscken Schiefer der Westalpen und der Schweiz ver-halten sich ungleich und während sie sich oft ziemlichgut halten, zeigen sie sich an andern Orten, wie z. B.xa hen südlichen Thälern des Wallis (die grauen undhl© grünen) leicht zerstörbar. Thonige Schiefer sindueben Lehm- und Mergelbildungen der für die Wildbächegeeignetste Boden. Auf dem undurchlässigen Erdreich
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