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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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ko mm t das Wasser bald zum Abrinnen und frisst sichin die weiche Unterlage schnell ein; nimmt es auf dieseWeise den einfallenden Schichten den Halt, so ent-stehen ausgedehnte Rutschhalden und Schlipfe, die denBach überreichlich mit Material für Murablagerungenversehen. In Thonschiefern wühlen die der Salzach imOberpinzgau von Horden her zueilenden Wildbäche, inden weicheren Thonbildungen der an Farbe und Festig-keit sehr variirenden Bündnerschiefer die verderblichstenWildbäche des Rheingebiets. (Holla!) Die gefährlichenRunsen bei Schlenis am Vorderrhein arbeiten in denleicht zerstörbaren Verrucanobildungen, denen dieWerfenerschichten der Ostalpen entsprechen und auchder Quarzitsand beizurechnen ist, in welchem der 111-graben des Wallis seine verwüstende Thätigkeit ent-faltet.

Merglige und thonige Einlagerungen bedingen dasFortschreiten der Erosion im Kalkgebirge wie z. B. diePartnachschichten, Raiblerschichten und die Mergellagerdes Spatangen-Kalkes. Mergellager in dem Hummnliten-und Oxfordkalk, schiefrige Liasbildungen sind es, aufdenen die gewaltige Zerstörung der Torrenten im Dnrance-gebiet beruht, stellenweise auch jüngere tertiäre Bil-dungen, in denen im Gebiet der französischen Alpen (Voreppe ), wie der Schweiz mancher bösartige Wild­ bach arbeitet, und mancher Bergsturz (Goldau) nieder-gegangen ist.

Reine Kalkfelsen sind meist sehr Aviderstandsfähig,auch dringt das Wasser durch Spalten und Klüfte indie Tiefe.

Der Guttensteiner-, der Hallstädter- und Dachstein-Kalk, der Rudistenkalk bilden kahle und nackte Wände,an denen die Erosion nur geringe Fortschritte macht.DerDolomit, durch eine bis ins Endlose gehende Zer-