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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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man beim Ausheben von. Gräben entdeckt hat, tiefunter dem heutigen Boden. 1 )

Trotz einer Länge von 115 Klm. trägt auch derVar noch einen torrentiellen Charakter. Da die Bergeseines Kntwässerungsgebietes, obwohl sie über 2500und sogar 3000 m. emporragen, der Gletscher und ihrerstets ergiebigen Bäche entbehren, ist der Fluss nachanhaltender Sommerdürre sehr unbedeutend, schwilltaber in Folge von Regengüssen bei der Höhe undKahlheit der Berge plötzlich an und trübt mit seinengelben Fluthen auf einige Klm. die Farbe des tief-blauen Mittelmeeres, in welches er, unterstützt durcheine seculäre Hebung, 2 ) trotz der Tiefe des Golfes undeiner Küstenströmung sein Schwemmland nicht unbe-trächtlich hinausgeschoben hat. 3 )

In Folge zweier sich kreuzenden Hebungsrichtungen(von H nach S. und W. nach 0.) biegt der Var in seinemLaufe zweimal fast rechtwinklig um. Er eilt zunächstvon N. nach S. mit einer durch den St. Honorat be-dingten Ausbiegung gegen Ost, fliesst dann von derMündung des Vaire bis zu der der Tinee östlich undhält auf der dritten Strecke, wo ihm von links dieVesubie, von rechts der Esteron zufliessen, wieder einennordsüdlichen Lauf ein. 4 ) Zu seinem Gebiet gehörenbis zur Mündung der Tinee nicht weniger als

0 ködereVoyage, Bd. I. pag. 196.

2 ) Theobald Fischer Küstenveränderungen im Mittelmeer-gebiet, Z. d. Ges. f. E. zu Berlin , 1878, pag. 153.

3 ) Ueber die in Meer und Seen hinausgebauten Schutt- undSchwemmkegel vergl. CrednerDie Deltas, Ergänzungsheft zuPeterm. Mitth. No. 56.

J ) Zur Uebersicht genügt die sehr sauber gearbeitete' Kartevon Vogel in Stielers Atlas No. 34. Gotha 1875.