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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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41 Torrenten x ) nebst einer Unzahl moist trockenerRunsen.

Ton der plötzlich auftretenden Wuth der Wildbächewar Rodere einmal Zeuge in Entraunes, das zwischendem noch winzigen Yar und dem Bordoux liegt. Abendsbei schönem Wetter angelangt, sah er sich am nächstenMorgen in Folge eines Nachtregens durch die lauterals der sturmgepeitschte Ocean tosenden Gewässer ein-geschlossen und während dreier Regentage bei einemebenso gewaltigen als bedrohlichen Schauspiel zurück-gehalten.

Yon Entraunes fliesst der Yar nach dem von1800 Einwohnern auf 1100 herabgekommenen,mise-rablen Guillaumes, wo er sich mit einem sehr gefähr-lichen Wildbach , der an Pdone vorübereilenden Tuebie,vereinigt. Das in einem öden Tliale gelegene Peoneist in den Jahren 1800 1864 von 900 Seelen auf600 zurückgegangen und bleibt nur deswegen be-wohnt, weil silberhaltige Bleiminen bearbeitet werden. * 2 )Während die Tuebie bei demgeringsten Regen schwarzwie Tinte daherrauscht, trägt der ihr aus dem vegetations-losen Thal von St. Pierre zueilende Wildbach eine gelbeFarbe, ein anderer eine weissliche.

Wo der Yar nach Osten umbiegt, gehört er aufeine kurze Strecke zum Departement der Basses Alpes ,aus welchem er den Yaire mit dem Coulomb empfängt.Fehlt es im Thal des Yaire auch nicht an gewaltigenSpuren der Zerstörung, so haben die rechtsseitigen Ge-hänge doch noch immer Eichenwälder, während dieThalwände des Coulomb kahl emporragen und mit Stein-lawinen, Rutschhalden und Torrenten drei elendenDörfern (besonders Aurent) den Untergang drohen.

0 Nach einer Aufzählung Foderes Bd. I., pag. 216.

2 ) Beclusles Villes dhiver, pag. 318 und 319.