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denen 310,813 auf „Weiden und Steppen (!?)“, 107,170auf Waldungen (und was für Waldungen!) kommen.
Auch in diesen Thälern begann, wie an so vielenOrten, mit dem Ausbruch der Revolution eine Periodeder verderblichsten Waldwirthschaft. Schon im Jahre1792 ward amtlich berichtet: „Die Ausrodungen ver-mehren sich rasch, von Digne bis Entrevaux sind dieGehänge der schönsten Berghöhen von Wäldern ent-blösst, die kleinsten Bäche werden zu Strömen undmehrere Gemeinden haben Ernten, Yieh und Häuserverloren.“ 1 ) Die Verhältnisse verschlechterten sich vonJahr zu Jahr, so dass der Präsident Bouvilles 1853 andas Ministerium nach Paris berichtete: „Wenn nichtenergische Massregeln ergriffen werden, so kann mandie Zeit Vorhersagen, wo die französischen Alpen eineWüste sein werden, und Frankreich ein Departementweniger zählt.“ (CIave.)
Manches ist seit dieser Zeit geschehen, aber dasUebel ist nicht so leicht zu heilen als herbeigeführt.Auf der französischen Generalstabskarte findet sich aufden rechtsseitigen Thalgehängen des Ubaye von derMündung des Verdon abwärts kein grösserer Wald ver-zeichnet. Barcellonette ist von Steinfeldern umgeben 2 )und weiter unten im Thal hat der von der GrandeEperviere (2889 m.) herabkommende Torrent Baudoneinen der wüstesten und grössten Schuttkegel des ganzenAlpengebiets aufgebaut.
Ueber den desolaten Zustand der Hautes Alpes hatSurell eingehend in seinem vortrefflichen Werke be-richtet, und schon vor ihm Hericart de Thury , derallerdings in seiner „Potamographie der Hautes Alpes1806“ den Zustand früherer Zeiten gegenüber dem