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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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seinigen etwas zu paradiesisch zeichnet. Wir wissenaus Livius (siehe pag. 50; nach ihm Sil. Ital. III. 468bis 476), mit welchen Schwierigkeiten schon Hannibalauf dem von den Hochwassern der Durance verwüstetenThalboden zu kämpfen hatte. Immerhin muss derCharakter dieses Flusses in den ersten Jahrhundertenunserer Zeitrechnung weit besser gewesen sein, als inUnseren Tagen, denn in der römischen Kaiserzeit warer wahrscheinlich noch bis nach Meyrargues hinaufschiffbar. *)

Schon im Mittelalter empfand man die Folgen derEntwaldungen und suchte dem Uebel zu wehren. Sowurden bereits vor 500 Jahren im Brianponnais diedefrichements strenge untersagt, und sind nach den inEmbrun aufbewahrten Acten der Benedictin er Wald-frevler sogar mit Excommunication bestraft. 2 )

Heute kann man von Embrun abwärts die Wild-bäche in jedem Massstabe wie modellirt sehen. Dentahlen Flanken des Mont Gfuillaumes gehören nebeneinigen kleineren. der St. Marthe, der Bio Clar und dieCombes de Puy Sanieres an, welche dieser Communefast das ganze Culturland entrissen haben. 3 ) OberhalbChorges hat der Torrent Moulettes die Thalwände insCleiten gebracht, so dass Häuser von Andrieux, dieüiehr als 800 m. von ihm entfernt lagen, Risse undSpalten bekamen.

Wir verweisen für weitere Einzelheiten auf Sur eilUnd werfen noch einen Blick auf die Thalsohle der

*) Siehe darüber E. DesjardinsGeographie de la GauleRomaine, Bd. I. pag. 16575; pag. 168 ist eine Inschrift (wohlaus der ersten Kaiserzeit) abgedruckt, auf der ein sevir augustalisa ls patronus nautarum Druenticoruni bezeichnet wird.

2 ) Surell, Anhang Note 9.

3 ) Ein hübsches Bild dieser 8 Torrenten siehe bei Cdzanne,Pag. 216.