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einen „Wahn“. Wir haben aber weder nöthig, auf seineVorschläge zu recurriren, noch auf Surells lichtvolleBeweisführung, wir können einfach hinweisen auf das,was thatsächlich geleistet worden ist. Auch das Linth-thal mit 20 grösseren Schuttkegeln zwischen Wallen-und Zürcher -See hielt man im vorigen Jahrhundert, wieBerichte zur Genüge darthun, für verloren, bis Eschersscharfes Auge und rastlose Energie Hülfe brachten. 1 !Hier zuerst ist der Kampf systematisch durchgeführt.
Wie wir gesehen haben, beruht der traurige Zu-stand vieler Thäler auf der vom Flusse nicht zu be-wältigenden Geschiebezufuhr. Jede Correction ist alsoverlorene Mühe, so lange noch ein Wildbach das Ver-mögen behält, den regulirten Fluss von Neuem zuturbiren. Soll nun den Wildbächen ihre verderblicheGewalt genommen werden, so ist der Kampf statt aufden Schuttkegeln im Sammelgebiet und im Sammel-canal zu eröffnen. Der Ablauf des Wassers von densteilen Gehängen muss so viel wie möglich verlangsamt,die Rinnsale müssen gegen Kolkungen, die Ufer gegenUnterspülung geschützt werden.
Bei der grossen Bedeutung, weiche die Vegetations-decke als Regulator des abrinnenden Wassers hat, isteine Pflege derselben zur Heilung der Schäden un-erlässlich. Mit der Wiederbewaldung und Berasungmuss die Bekämpfung an den verrüften Abhängen derkahlen Sammelgebiete beginnen. Das ist oft erkanntund gesagt worden, aber bei der grossen Zersplitterungdes Besitzthums und der Vielköpfigkeit und Klein-lichkeit der Menge selten ausgeführt, bis der Staateingriff und die Gesetzgebung Mittel und Wege schuf,um einen beschränkten Egoismus, dem mit Belehrung