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schliesslich die einheimischen Herden vermindert werdenmüssen (Surell über das Devoluy), oder wenigstens ab-magern, erkranken und natürlich geringere Wollerträgeliefern! (F ödere.)
In der Schweiz ist man auf das Schädliche der Be-weidung steiler Gehänge mit Schafen und Ziegen schonseit lange aufmerksam gewesen und hat dieselbe anmanchen Orten geradezu verboten. Freilich erkenntman schon aus der oftmaligen Erneuerung derartigerBestimmungen, wie wenig sie im Ganzen nutzten. ImOberhasli ward schon 1376 eingeschärft, dass ausserhalbdes Landes überwinterte Schafe nicht zur Sömmerungins Land getrieben werden dürften, aber fünfmal musstedas Yerbot unter Androhung immer härterer Bussenbis zum Ende des 18. Jahrhunderts wiederholt werden. 1 )Yon 1788 ab haben alle Gemeinden an Kuhatzungenoder „Stössen“ verloren, und Meyringen und Gadmen ,die in diesem Jahre deren 259 besassen, haben nurnoch Schafweiden. Dennoch ist die deutsche Schweiz in Bezug auf Alpwirthschaft weit besser gestellt, alsdas französische und italienische Alpengebiet. Wo dieUebelstände der südlichen Thäler nach dem Nordenüberzugreifen drohten, zeigt man sich bemüht vorzu-beugen. In Graubünden , wo alljährlich, besonders ausItalien , 40—45,000 Schafe und 2000 Ziegen zur Sommer-weide kamen, ist seit 1874 die Mitführung von Ziegennur soweit gestattet, als sie zur Ernährung der Hirtenabsolut nothwendig sind, und werden 5 BergamäscerSchafe für eine Kuh gerechnet. (Miaskowski.)
In Tirol ist von 1847—57 die Zucht der Schafeebenfalls eingeschränkt, und ihre Zahl nach einem Auf-