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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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massig wenig gewinnen würde. Die Ziffern sind, da essich um den Zustand der einzelnen Thäler und Gehängehandelt, nicht detaillirt genug; und gerade die ambesten bewaldeten und gepflegten Gebiete würden nichtin das gehörige Licht treten, da auf anderen viele mitelendem Gestrüpp bestandene und selbst von Runsendurchzogene Partien als Wald gerechnet werden.

Ist gleich im Capitel I. darauf hingewiesen, dasszwischen Wald und Wald und also auch den Einflüssendesselben ein bedeutender Unterschied bestehe, so musshier noch einmal ausdrücklich constatirt werden, dassbei allen durch Wildbäche hervorgerufenen Katastrophenmisshandelte und ruinirte Wälder natürlich ihre Schuldig-keit nicht thun können, dass sie aber auch nicht wieswohl geschehen ist angeführt werden dürfen als Be-weise für die Effeetlosigkeit derjenigen Wälder, die ihrenNamen wirklich verdienen.

Die im Laufe des Jahrhunderts immer häufigerund bedrohlicher auftretenden Yerheerungen der Hoch-wasser haben schliesslich in allen am Alpengebietparticipirenden Staaten Eorstgesetze ins Leben gerufen,die auf eine Wiederbewaldung der kahlen und verrüftenBerge und auf eine Beseitigung der die Wälder ruiniren-den Missbräuche alle mehr oder minder energisch hin-arbeiten. Bei Räsfeldt, Rabbeno, 1 ) Cezanne undMiaskowski findet man Uebersichten und Auszügederjenigen Bestimmungen, welche für das HochgebirgeBesserungen herbeigeführt haben und hoffentlich nochherbeiführen werden.

Das bairische Eorstgesetz datirt vom März 1852und hat, durchgeführt von tüchtigen Forstmännern,treffliche Dienste geleistet, wenngleich Räsfeldt zu

3 ) RabbenoI Club Alpini e le foreste, Turin 1877, pag. 12bie 15.