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sicht in die Nützlichkeit und Nothwendigkeit der Be-waldung unter der Bevölkerung verbreitet und befestigtworden. Selbst nach dem Kriege von 1870 sind dieZahlungen für diese Angelegenheit, in welcher derFranzose in einem rühmlichen Nationalgefühl eineEhrensache sieht, nicht eingestellt worden; im vorigenJahre waren auf der Pariser Ausstellung in dem Holz-palast der administration des eaux et forets die Erfolgeder Wiederbewaldung und Wildbachbekämpfung durchModelle sehr anschaulich dargestellt.
Durch Reliefdarstellungen z.. B. des Torrent duBourget aus den Hautes Pyrenees vor und nach derWiederbewaldung konnte jedem Besucher die Möglich-keit einer Besserung ad oculos demonstrirt werden.Dass noch sehr viel zu thun ist, haben wir in Oapitel II.bereits hervorgehoben und erinnern noch einmal daran,weil hier und da die erzielten Resultate emphatischübertrieben werden. „Nous avons eteint le torrent“,sagte zu Chorges den sich hier umschauenden Schweizernder französische Cantonsingenieur, und dabei, floss -—Mur ab!
In Italien würde man die wenigen Partien mitguten Waldungen bald aufzählen können. Trotz desgeringeren Holzbedarfes und harter Strafandrohungengegen Waldfrevler ist das Land in dieser Beziehung mehrund mehr verwahrlost. Natürlich zeigt sich das amSüdabhange der Alpen, wo man von den verrüftenThalwänden des Sturathales bis zum Laufe des Isonzo im Grossen und Ganzen überall den gleichen traurigenEindruck empfängt. Es ist entschieden anzuerkennen,dass sich der italienische Alpenclub so energisch fürdie Waldfrage erwärmt und sich bemüht hat, das Augen-merk der Bevölkerung auf dieselbe zu richten. MehrereMale scheiterten die Vorschläge der Regierung, erst1877 ist ein Forstgesetz zu Stande gekommen. Mögen