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Die Wildbäche der Alpen : eine Darstellung ihrer Ursachen, Verheerungen und Bekämpfung als Beitrag zur physischen Geographie / von F.W. Paul Lehrmann
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183455 viele verheerende Murgänge hervorbrachen,,sind allein 50 Sperren gebaut worden. Die Wehresind bogenförmige- Trockenmauern von 2 m. Stärke mitradialem Fugenschnitt und haben alle zusammen nichtmehr als 3500 Frank gekostet. Sie können durch ein-fache Tagelöhner aufgeführt werden unter der Aufsichteines Mannes, der das Verfahren einmal mit angesehn hat.

Getadelt wird an manchen Sperren des Puschlaw(wie an denen des Scipion Gras in der Roise) dietreppenförmige Abstufung der Vorderseite, welche zwarden Stoss des herab stürz enden Wassers bricht undgegen Unterwaschung sichert, aber auch nach Hinter-füllung der Sperre ihre Zerstörung durch überrollendeFelsblöcke herbeiführt.

Dass man zum Baue die Zeit des niedrigsten Wasser-standes wählen muss, ist selbstverständlich; an Gletscher-bächen wird man vielleicht zeitweilig das Wasser inkünstlichen Rinn werken über die Höhe des aufzu-führenden Wehres ableiten müssen (Duile), wenn eineseitliche Ablenkung von der Baustelle nicht möglich ist.Weitere technische Details, über die man in den aus-führlichen Abhandlungen der Fachmänner Belehrungfindet, müssen hier übergangen werden.

Auf den gegen neue Ueberschüttungen geschütztenSchuttkegeln sind die Regulirungsarbeiten verhältniss-mässig leicht. Räumt man die Steinblöcke aus demRinnsal und schichtet sie an den Ufern auf, so gräbtsich der auf ein engeres Profil beschränkte Bach seinBett selbst tiefer aus. Ist dies in hinreichender Weisegeschehen, so kommt es darauf an, einem weiteren Ein-schneiden, welches Uferabbrüche veranlassen würde,zu wehren. Am besten pflastert man das Bett mit denvom Schuttkegel selbst genommenen Steinen aus, kannaber auch, wenn diese fehlen, zu Holzbauten seineZuflucht nehmen. Dringend anzurathen sind diese