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Theoretisch-praktische Strassenbaukunde / Carl Friedrich Wiebeking
Entstehung
Seite
118
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§- 7Z-

Das Brennen des Kalks muß vollkommen ge«schehcn, um die Kohlensaure und das Wasser aus denSteinen zu treiben und der nicht gut ausgebrannteKalk taugt deßwegen zum Mauern nicht. Wird wäh«rend heftigen Regen und Stürmen gebrannt, so ge.rath der Kalk nicht so gut als bey schöner Witterung,auch muß das Feuer nicht einmal schwach und dasandere mal stark seyn. Die Kennzeichen eines gutgebrannten Kalkes bestehen darin: daß der Steinnach dem Brande um die Halste kleiner oder wenig«stcns ^ bis die Hälfte leichter ist; daß er beym Lö«schen knistert und einen dicken Rauch giebt; vielWasser verschluckt, und sich an den Wanden der Kalk.grübe anhangt.

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Wird auf den gebrannten Kalk Wasser geschüttet:so verschluckt er dasselbe, erhizt sich, indem der darinenthaltene Warmestoff ausgeschieden wird. Den mitWasser gesättigten Kalk nennt man lebendigen odergelöschten Kalk. Da der gebrannte Kalkstein, wenner im Freyen liegt, die Kohlensaure und Wasser ein-sangt; so ist es nothwendig, ihn entweder in Gefäßezu füllen, bald zu löschen, oder zu gebrauchen. BeymLöschen muß so viel Wasser aufgegossen werden, daßsich alle Steine hinlänglich mit Wasser sättigen; undist die Masse fleißig durchzurühren. Bey zu wenigemWasser verbrennt der Kalk, bey zu vielem verliert ervon seiner Bindungskraft.