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Theoretisch-praktische Strassenbaukunde / Carl Friedrich Wiebeking
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121
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Mörtel. Darunter verstehet man nämlich eine Massegelöschten Kalkes mit solchen Substanzen vermischt,daß daraus eine breyartige Masse entstehet, welchezum Theil in die Poren der Steine eindringen kann,und sich zwischen den Steinlagern erharret. Wirddieser Mörtel im Wasser hart, so nennt man ihnWasser-Mörtel oder Cement. Des Mörtels Bin«dungskraft hangt von der Güte des Kalkes selbst, vondessen hinlänglichen Ausbrennung, dem guten Löschen,der Bestandtheile derer ihm beygemischten Körper, fcr«ner von dem Verhälrnisse derselben unter einander undzur Masse des gelöschten Kalkes; so wie von der tüch«tigen Verarbeitung der Mörtelmasse unter, und durch-einander, und endlich von der Beschaffenheit des zuniLöschen und Verarbeiten gebrauchten Wassers, ab.

H. 78-

Beym Löschen wird folgendermassen verfahren.Anfänglich muß der lebendige Kalk in dem aus Bret-tern bestehenden Kalkkasten, aus welchem man ihn in dieKalkgrube laufen läßt, nur angefeuchtet werden, damiter so nach und nach auseinander fällt. Jezt wirddie Masse mit der hölzernen Krücke auseinander ge-stoßen, und so kommt immer mehr Wasser darauf, biSder Kalk vollkommen gesättiget ist. In der Grubeselbst muß endlich noch Wasser gegossen werden, wennderselbe nicht mit Sand bedeckt, und gegen die Ein-wirkung der Atmospähre geschüzt ist, weil der Kalkdie fixe Luft einsaugt, und so wieder zum rohen Kalkerhärtet.