Buch 
Theoretisch-praktische Strassenbaukunde / Carl Friedrich Wiebeking
Entstehung
Seite
174
JPEG-Download
 

§. li 6.

Dr« Stützmauern spielen beym Straßenbau,vorzüglich in gebirgigten Gegenden, eine sehr wichtigeRolle; ich bin daher genöthigt, die wesentlichsten Rück-sichten bey ihrer Anlage vorzutragen. Man kann sieim Allgemeinen unter die sogenannten Futt-r mauernklaffifiziren, das sind solche Mauern, welche das Ab.rutschen oder Abgleiten des natürlichen Erdreichs ver-hindern oder hinter welchen Anfüllungen von Kiesel,erde, Sand- oder Maucrschutt gemacht werden, umdarauf eine Chaussee, Gasse, einen Damm oder einenPlatz zum Verkehr zu gewinnen. >) Bey Anlegungderjenigen Futtermauern, welche eine Straße (lab. I

4.) einschließen, ist der Umstand zu erwägen, daßman dieselben so fest und dicht als möglich aufführenmuß, weil sich sonst die hinter ihnen in die Straßeeingedrungene Näße sammeln und in die Mauer selbstgerathen könnte, welches vor dem Einteilte eines star-ken Frostes nachtheilig seyn würde, weil derselbe dieSteine sprengt. Hieraus folgt demnach, a) daß beyallen denjenigen Straßenstrecken, welche Futtermauernhaben, vorzugsweise für einen schnellen Abfluß desWassers von der Straßenoberflache gesorgt werdenmuß; k>) daß, wo man zu den Bankets sehr gute Erdeoder fetten Thon hat, die Futtermauern selbst damitsechs oder mehr Zoll hoch bedeckt werden können, da-nur über diese Decke hin das Wasser von der Straßen,oberflache abrinne. Bey dieser Maaßregel setze ichjedoch, wie gesagt, voraus, daß für den ungestörtenAbfluß des Wassers dadurch gesorgt worden sey, indem