Buch 
Bericht der vom Schweizerischen Bundesrathe einberufenen Herren Rathsherr Geigy von Basel und Ingenieur Ziegler von Winterthur über die Ausführung eines Schweizerischen Eisenbahnnetzes in finanzieller Beziehung
Entstehung
Seite
17
JPEG-Download
 

17

Frequcnzvcrhältnisse der Lcipzig-Drcsvcncr-Bahn vomJahre 1839-1849.

Wir haben übrigens ein Beispiel in unserem Vater-lande, das uns einen noch größeren Zwischenverkehrverspricht; nämlich von den 223,207 Passagieren derZürcher Nordbahn; während des Rechnungsjahres vomJuli 1849 bis Juli 1850 befuhrcn 128,632 oder 57>/z o/gdie ganze Bahn und 94,475 oder 42 1/2 o/n der Gesammt-zahl nur kürzere Strecken. Der Verkehr, den die Eisen-bahn den Zwischcn-Stationcn gebracht, ist also im Ver-hältniß der Bevölkerung viel größer als derjenige, derbeiden Endpunkte oder mit andern Worten, die Eisen-bahn wird für den Personenverkehr von Zwischenortenverhältnißmäßig am stärksten benutzt.

Es scheint uns auch die Ansicht zu irren, welche denEisenbahnen das Monopol des Verkehrs zuschreibt, unddie anderen Straßen der Verödung anheimfallen läßt.Als die besten Verbindungsmittel sind die Eisenbahnenfreilich auch die Träger des größten Verkehrs; aber dieganze Bewegung, welche sie vermitteln, hört mit den-selben nicht auf, sondern pflanzt sich mehr oder wenigernach allen Richtungen fort. Die Eisenbahnen, welchenach Luzern oder Thun führen, vermehren den Besuchder kleinen Kantone und des Berner Oberlandes, wiedie Dampfschiffe des Genfersee's die Anzahl der Reisendenim Wallis erhöht haben. So hat man auch in derSchweiz die Influenz der Elsäßer -, der badischen- undwürtembergischcn Bahn wirklich erfahren.

In dieser Beziehung unterscheiden sich die Eisenbahnenvon allen anderen Erfindungen. Während nämlich dieBuchdruckcrkunst die Abschreiber und die Spinnma-schine die Handspinner entbehrlicher macht, so steigernljngegen die Eisenbahnen den Gebrauch der andern

2