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können, wodurch sowohl Kapitalisten, die mehr aufsicheres Placcment, denn aus hohen Zinsfuß Rücksichtnehmen, bewogen werden mögen, ihre verfügbarenSummen auf jene durch den Staat gesicherten Zinsenzu dem bewußten Zwecke zu leihen. Sieht man jedochauf den Stand der Börsen und die Weise, wie sowohlStaatsanleihen als Eisenbahnaktien ncgocirt werden, s»darf man sich nicht bergen, daß für uns Schweizer nichtgeringe Schwierigkeiten entstehen möchten, wenn einsolch vaterländisches Unternehmen von den zunächst an-wohnenden Bevölkerungen und den begüterten Lands-leuten, von denen viele große Summen im Auslandestehen haben, nicht die nachdrückliche Unterstützung vonAnfang an finden sollte, um auch auswärtigen Kapita-listen dasselbe als solid zu bezeichnen.
Bei obiger Annahme wird der weniger günstige Falldie Zahl jener Aktienzeichner, welche auf die Möglichkeitvon steigenden Zinsen Werth legen, nicht ausschließen,denn die Sicherheit, im schlimmsten Falle den stipulirtenZins zu erhalten, wird sie jedenfalls zur Betheiligunggeneigter machen.
Die letzten zwei Jahre der ernstesten Erfahrungenhaben in finanziellen Dingen viele vorsichtige Leute er-zogen, wenn man vielfach gehörten Aeußerungen derArt Glauben beimesscn darf, welche gerne ihr Vermögenin verschiedenen Richtungen sicher unterzubringen suchenoder behutsamer spekulircn, wie der solide Kaufmannes thut.
Soviel scheint sogar aus dem wenig versprechendenStand der Börsennotirungen hervorzugehen. Vergleichtman z. B. die Kurse in England, wo die Ansicht,welche den Gesellschaftsbau vertritt, ihre Beispiele zu-nächst hernehmen soll.