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Einleitung.
ein. Die Brückenbogen sind theils nach einem Halbkreise,theils nach einem Bogen, der kleiner als der Halbkreis ist,gebildet. Die Spannungsweite der Bogen ist größtentheilssehr gering. Die Brückenpfeiler haben theils -f-, theils i,ja oft noch mehr als f der Bogenweite zur Breite. Siesind fast durchgängig mit den zur Verstärkung und zumSchutze gegen Eisstöße u. s. w. hervortretenden Theilen ver-bunden, — den sogenannten Vorhauptern — welche ander Stirnseite der Pfeiler sich befinden und der Richtungdes Stromes gerade entgegenstehen, — und den Hinter-häuptern — die auf der entgegengesetzten Seite mit denStirnen der Pfeiler verbunden sind, und besonders dazu die-nen, daß die hinteren Pfeilerecken ihre rechtwinkelige Ge-stalt verlieren und so gegen das Anstoßen gesichert werden —welche zusammen Schutzhäupter oder Schutzpfeiler ge-nannt werden. Diese Schutzpfeiler sind nach der Formdes gleichschenklichen Dreiecks zugekantet. Zwischen den Bo-gen- oder Gewölbeschenkeln ist der Obertheil der Pfeiler oftmit Brückenaugen, d. h. kreisrunden oder triangelförmi-gen Deffnungen, die durch die ganze Pfcilerlänge gehen,durchbrochen. Dadurch wird nicht allein die Last des Ober-baues zweckmäßig erleichtert, sondern auch der Abfluß desHochwassers bei eintretenden Anschwellungen befördert. DieBrückenstraße steigt von beiden Ufern fast immer steil heran.Durch die ungemeine Festigkeit, die sich in allen Theilen derRömerbrücken ausspricht, sind sie im Stande, dem Strome,dem Eisstoße und der Last der Ueberwölbung, so wie auchder vielen Statuen und Triumphbogen, mit welchen sienicht selten geschmückt sind, zu widerstehen.
Als der Hauptcharakter der römischen Kunst sich'spä-terhin allmälig verlor, wurden nach dem Untergänge desrömischen Reichs einige Bkücken unter der Herrschaft derGothen erbaut, welche sich zum Theil durch sehr schmalePfeiler und durch Spitzbogen auszeichnen. (M. s. die Ein-leitung zum ersten Bande.) Diese Bogen sind aller-dings der Starke wegen für Brücken sehr zu empfehlen.