7
Einleitung.
daher Bockbrücken, indem unter die Balken ein Bock-gestell gesetzt wurde, um sie zu unterstützen. Wenn abereine solche Vorkehrung wegen eines nicht festen Bodens oderwegen der zerstörenden Wirkung des Stromes und Eisesauf die Bockgestelle nicht für hinlänglich gehalten wurde,rammte man statt der Pfosten des Bockgestelles hinreichendstarke Langpfähle in den Grund, schnitt sie in wagerechterEbene von passender Höhe für die Brückenbahn ab, undverzapfte auf die Köpfe derselben Schwellen, um die Bal-ken daraus zu lagern. Ein solches Gestell heißt ein Joch,und eine darauf ruhende Balkenbrücke oder aus Hange-und Sprengwerk bestehende Brücke wird eine Joch- oderPfahl brücke genannt. — Im Jahre 55 vor Christo ließCäsar eine höchst einfache Pfahlbrücke über den Rhein durchseine Soldaten erbauen, um in Germanien einzudringen.Er beschreibt sie in dem IV. Buche seiner Commentare,wonach Palladio, Rondelet und Andere ihre Construc-tion erklären. Auch bei Leupold im Schauplatz derBrücken finden sich Darstellungen derselben.
Von dieser einfachen Bauart wurde der Bau der höl-zernen Brücken weiter ausgebildet, und unter allen Völ-kern haben die Deutschen dazu am meisten beigetragen.Der Fortgang und der jetzige Zustand dieses Baues, sowie auch die Erbauung der von den Franzosen Desa-guilliers und Garrin im Anfange des vorigen Jahr-hunderts in Vorschlag gebrachten, aber erst von den Eng-ländern in der letzten Halste desselben wirklich erbauteneisernen Brücken sollen weiter unten näher dargestellt undbeschrieben werden.
§. 4. Die in den neueren Zeiten erbaueten Hänge-brücken aus Ketten oder Eisendraht sind eine Nachahmungder einfachen Versuche der frühesten Zeiten, als die Brückenin ihrer Kindheit waren; denn so wie die Peruaner und an-dere Völker Seile oder Ketten von zwei gegenüberstehendenerhöheten Punkten über Flüsse, Gräben und Abgründe span-nen und mit Bretcrn belegen ließen, um auf denselben hin-