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8. 30.
Werden die Strecken deS Richtstollens von Schacht zu Schacht nicht länger als 25°, so entstehen im Winteroder bei hellen Sommcrtagcn nicht so leicht dose Wetter, und die kostspieligen Wettcrlattcn, Wcttermühlen, Wct-teröfen w. können ganz Wegfällen. Von diesen muß mau auch beim Schachtbau so wenig als möglich anwenden,weil sie den Raum in den Schachten sehr verengen. Im Tnnnel dcö Aachener Busches, Taf. XII. Fig. 2, warennur Wettcrlattcn in den Schachten rr und o nöthig, welche viel Tagcwasscr aufnehmen, in den übrigen wurdenkeine erforderlich, obgleich sie viel tiefer waren.
8- 31.
Um die Tunnelsohle genau nach der Steigung der Schienen innerhalb des Tunnels auszuarbeiten, eben sodie Sohle des Richtstollens, ist für einen horizontalen Tunnel eine rcchtwinklichtc Setzwaage, für einen Tunnelmit aufsteigender Sohle eine schiefwinklichte Setzwaage einzurichten, wie solche Taf. I. Fig. 10 zu sehen ist. Ambesten ist die untere Latte aus sehr trockenem Tannenholz 10^ lang, und wird auf einem Ende so viel Linienbreiter, als die Tunnel- oder Stollensohle auf 1(U Länge steigt oder fällt; wobei zu merken ist, daß diese Linienvon derselben Größe sein müssen, als die Nivellirlatte solche enthält, womit das Nivellement gefertigt wurde, weildies eine bequeme Rechnung und Einthcilung gibt.
Ungeachtet man in China die Nivcllirsetzwaagen dieser Art genau den Schreinern angegeben, und das Stich-maaß dazu in Eisen hatte ausarbeiten lassen, mußte man doch jeden Tag im Tunnel des A. B. falsche Setzwaagendieser Art aus dem Stollen schaffen und richtige hineinbringen lassen. Sonst würde es dem Mandarin eben sogegangen sein, wie in den übrigen Tunnels, wo zuweilen die Sohle von einem Schachte aus da gelegen habensoll, wo die Firste des Stollens vom andern Schachte aus hintras, wenn die beiden Ocrtcr zwischen 2 Schachtendurchschlächtig werden sollten. Der größte Fehler, der bei der Oppositionöparthei entstanden war, betrug etwa3 Zoll am Treffpunkte der beiden Stollenörtcr. Ein unrichtiges Legen der Sohle des Richtstollens thut zwarkeinen wesentlichen Schaden, die nöthige Reparatur erfordert aber viel Zeit, ist gefährlich und kostet viel Geld.Lauter Dinge, die den Tunnelbau unuöthig vcrtheucrn.
Damit bei Anlage der Schwellen oder Sohlen der Thürstöcke kein Fehler geschehen könne, muß auf jedesEnde der Sctzwaagenlatte die Himmelsgegend nach der Richtung der Are des Tunnels angegeben werden; z. B.Fig. 10. Taf. I. wird mit Oehlfarbe geschrieben, westlich, am dünnen Ende und östlich am dicken Ende, weil derTunnel von Osten nach Westen ansteigt, wie eS Taf. XII. Fig. 2 zeigt. Daö dünnere oder schmälere Ende derLatte liegt also da, wohin die Sohle steigt, das dicke oder breitere Ende da, wohin die Sohle fällt. Daß dieseLatten und Setzwaagen genau und sauber abgehobelt werden müssen, wie ein Lineal, versteht sich von selbst, weilsich die beiden Enden der Tunnel- oder Richtstollensohle sonst nie in derselben Ebene befinden würden, wenn manmit zwei Oertern zusammentrifft oder durchschlächtig wird.
8. 32.
Sobald der Richtstollen durchgetrieben ist, werden Oucrschläge rechts und links aus jedem Schachte in derTiefe 2 2 Fig. 2. Taf. XII. getrieben, und zwar so hoch in etwa 6 Fuß Breite, daß die Tunnelbalken k §,Fig. 3. 5. 6. Taf. I. angelegt werden können. Steht der Boden dabei so gut, wie Fig. 1. und 6. Taf. I.zeigen, so sind bloß Firstcnpfählc, sonst aber noch Seitenpfähle und Ortbretter, Sprechen rc. erforderlich.
Liegt der erste Tunnelbalkcn A k bei I. Fig. 3. Taf. I., so wird auch der Tunnelbalken ä v Fig. 5. und 6.eingebauet, und durch die Pfosten ll ll Ii li, Fig. 6. gehalten. Auf dem obern Balken 6 v Fig. 5. und 6.ruhen die Streben k ll k, die man auch Gewölbbogen-Sprossen nennt, die Bolzen I I 1 und die Spannbolzcnp I> p. Die Firstenpfähle in m werden auf den runden Bolzen I l I vorgeschoben, so daß die Gestalt des Ge-wölbes so nahe als möglich erreicht wird. Daß hier am höchsten Punkte bei zä Fig. 6. zu arbeiten angefangenwird, ist eine bekannte Sache, so wie, daß man von p' abwärts nach ä und e zu arbeitet, um die Firstenpfählebis zum Tunnelbalken ck e einzubauen, und das Erdreich am Nachstürzen zu verhindern.