' Da es aber zu gefährlich sein würde, den hohlen Raum von § bis k Fig. 5. Taf. II. auf ein Mal freizu machen, so wird zuerst das Viertel, daS Drittel oder die Hälfte desselben ausgeräumt, und die TunuelbolzcuI I I werden durch ein sogenanntes Nothgernst, was wiederum durch ein anderes ausgewechselt wird, gestützt,oder wo der Boden recht fest ist, sind auch bloße Stützpfosten hinreichend, um die Firste oder Decke so lange zutragen, bis die Bolzen I I I so weit vorgetrieben sind, daß das zweite Paar Tunnelbalken l^ Fig. 3., was inFig. 1. mit i und I bezeichnet ist, eingebracht werden kann.
Ist so der hohle Raum Kklii Fig. 1. Taf I. erzeugt, und liegen alle Bolzen und Bretter in demselben,so wird auch der untere Theil kesl ausgehöhlt, wobei es auf die Festigkeit des Bodens ankömmt, ob manregelmäßig mit Scitenpfählen vorgehen müsse, oder nur nöthig habe, Ortbretter und Sprechen anzuwenden, wiedies in dem Primrose-Hill-Tunnel, Taf. I. und II., der Fall war.
Felsen dichter Art, als: Granit, Gneis, Porphyr, Syenit, Augit, Dolomit, Diorit, Thonschiefer, Grauwacke,Kalkstein, fester Schieferthon, Lavagcbilde, Mcrgclstcin, Schaalstein, die meisten Flötzgcbirge von dem Todtliegenden,dem Kupferschiefer, Zcchstcin, bunten Sandstein, Muschelkalk, Keupersandstein, Lias, Oolithen und der Kreidefor-mation, in der Molasse, wenn sie nickt zu viel Wasser enthalten, ferner im ausgeschwemmten Gebirge festertrockener Thon, Mergel, Sandsteinflötze, fester trockener Lehm erfordern keine andern Vorrichtungen zum Tunnel-bau, als die bereits beschriebenen, und so wie sie Taf. I. und II. dargestellt worden sind.
Ist aber Thon, Lehm, Kies und Sand mit Wasser durchzogen, so müssen Firsten, Seiten und Oerter ganzregelmäßig mit Thürstöcken und Pfählen verschlossen, und häufig noch durch Werg, Stroh oder Moos verstopftwerden, um voran zu kommen.
Die Engländer, welche ihre Tunnels meistens in Kreide, Oolithen, Lias und andern Flötzgcbirgen, die tieferliegen, anlegen, gestehen selbst, daß sie in Sand und weichen Bodenarten zuerst hölzerne Tunnels bauen mußten,um später die steinernen darin auszuführen. Wir werden späterhin sehen, wie man sich im Sandboden undweichen Boden bet der rheinischen Eisenbahn benehmen mußte, um an'ö Ziel zu gelangen.
8. 33.
Sind die beiden ersten Felder zu beiden Seiten eines Schachtes v in der beschriebenen Weise abgebaut wor-den, so wird das zweite eben so oberhalb vollendet, wie dies bei /V. -V. Fig. 1. Taf. II. zu sehen ist. Hieraufwerden die Schablonen für daö umgekehrte Sohlengewölbe und die gekrümmten Seitenwände des Tunnels aufge-stellt, und beide bis zur Kämpferhöhe des Gewölbes aufgeführt, so weil dies in dem ausgehöhlten Raume
möglich ist. Hieraus stellt man die Lehrbogen, so wie solches Taf. I. Fig. 5. zu sehen ist, auf, nehmlich Iiki,
und legt die Streckbalken und Schaalhölzcr von den Kämpfern aufwärts ein, so wie die Gewölbringe nach undnach in die Höhe gemauert werden. Jedes Lehrgerüst Iiki des Gewölbes muß aber eine Vorrichtung zumlchncllen Herausnehmen erhalten, und auf den hölzernen Widerlagen I I, welche zum Tragen des Gewölbes bestimmtsind, ehe es geschlossen wird, müssen Keile angebracht werden, die man sogleich wegnehmen kann, wenn der Schlußdes Gewölbes vollendet ist. Die Tunnclbalkcn kK, cke bestehen aus demselben Grunde aus 2 Theilen, und der
Balken Ii i deS Lehrgerüstes aus 3 Theilen, so wie der ganze Lehrbogen so zusammengesetzt ist, daß er leicht aus
einander genommen werden kann. Die damit in Verbindung gebrachten Eisenbeschlägc, Pfosten, Stützen undStreben geben ihnen die zum Widerstehen der Last nöthige Festigkeit. Um den Tunnclbalkcn und dem daraufruhenden noch nicht geschlossenen Gewölbe oder der Firste mehr Festigkeit zu geben, werden außer den Pfosten b kTaf. II. Fig. 1. und den Widcrlagcn lili, noch die Streben an an auf mit Eisen beschlagenen Schwellen v o, dieauf der steinernen Sohle des Tunnels ruhen, an die Tunnelbalken gesetzt, welche besonders verhüten, daßsich daS Lehrgerüst nicht durch die Last des Bodens, welcher über dem hohlen Raume ^ drückt, und durch dasGewölbe selbst zurückdrängen lasse.
Das Gewölbe ckkv Fig. 5. Taf. I. wird, nachdem alle diese Vorkehrungen getroffen wurden,Z völlig ge-schlossen, und über demselben die hohlen Räume ausgefüllt und gestampft.
Ist nun der Theil 8 ». Fig. 1. Taf. II. ausgcwölbt, so wird ^ .4. und was darunter an Erd- oder Felsen-masse liegt, ebenfalls ganz ausgeräumt, der Raum 6 oberhalb mit hölzerner Firste versehen, das Lehrgerüst in ^
Bcyse'S Beiträge. II. " 6