eingebauet, der Theil X eben so vollendet, wie der vorhergehende Theil L. Darauf baut mau den Raum 0 inHol; ganz aus, und fährt in der Art, wie es die Taf. 1. und II. angeben, so lange fort, bis man mit demTunnelbau von zwei Schachten aus zusammentrifft.
Bei allen diesen Vorrichtungen ist daraus zu sehen, daß die Richtung des Gewölbes zu beiden Seiten derTunnelare scharf eingehalten werde, weil man sonst unangenehme und häßliche Brüche auf den Treffpunkten er-halten würde.
Ein starker, durch den Richtstollen genau in der Arenlinie des Tunnels scharf angespannter, Draht dient dabeials Richtungslinie, von welcher man rechts und links alle Tunneldimensionen abträgt. Genau in der Mittelliniedes Tunnels vermittelst brennender Lichter eingerichtete Pfähle, in welche genau in der Höhe der Schienen Löchergebohrt sind, dienen dazu, diesen Draht in der genauen Richtung festzuhalten. Die Seitentheile werden durchLothe, die frei herunter hangen und immer genau eingerichtet werden müssen, durch Festpunkte auf der Sohleund durch fortwährendes Nachvisiren und Nachmessen immer in der gehörigen Richtung und Lage erhalten. Diestehengelassenen Schablonen für das umgekehrte Sohlengewölbe und die Widerlagen geben ebenfalls gute Richtungs-linien an.
Zur vollkommenen Schönheit eines Tunnelgewölbes ist es aber erforderlich, die Zicgelschichten des Gewölbesder Widerlagen w. immer genau in derselben Richtung zu erhalten. In einigen Tunnels, wo man hierin nichtsehr sorgfältig zu Werke gegangen ist, macht die Unterbrechung der Ziegclschichten einen unangenehmen Eindruck;namentlich ist dies auch am Westende des Nirmcr Tunnels der rheinischen Eisenbahn, und der Mitte des Tunnelszwischen Tirlemont und Löwen, und in einigen französischen Tunnels der Fall, wo man immer horizontaleSchichten mauern wollte. Wenn es auch nach statischen Gesetzen richtig ist, die Ziegelschichten horizontal zu legen,so ist dicS in Tunnels weniger nöthig, als bei freistehenden Mauern.
8- 34.
Die Taf. III. zeigt einen gußeisernen Tunnelbogcn, welcher die Frontmauern mit dem ganzen Tunnelgewölbcin Verbindung setzt. In dem Primrose-Hill-Tunnel, welcher eine ähnliche Gestalt hat, wie Fig. 1. Taf. III , nur3 Ziegel dick wegen der Natur des Bodens, ist diese Tunnelplatte in der Mitte der Mauer angebracht, und dieeisernen Bolzen oder Anker sind iOO Fuß lang, so daß 100 Fuß des Tunnelgcwölbes das Gewölbe am Ein-gänge festhalten, und folglich an kein Ausweichen zu denken ist. Die aus Tafel III. angegebene Methode, dieBolzen mit den Platten zu verbinden, wird in England für die beste gehalten. Man sieht auch in dieser Zeich-nung einen gußeisernen Wasserabzug in der Mitte des Tunnels, statt eines gemauerten/ In England, wo dasGußeisen wohlfeil ist, sind diese zu empfehlen, bei uns in Deutschland möchten vorläufig Ziegelcanäle den Vorzugverdienen.
8- 35.
Die Förderung geschieht doppelt, so daß immer Steine, Mörtel, Holz und andere Baumaterialien durch denSchacht v hinunter gelassen werden, wenn der Kasten oder Eimer mit dem ausgegebenen Boden empor steigt.
Da man in den viereckigen Förderschachten größere Kästen anbringen kann, als in den runden, so verdienendiese im lockern Boden in dieser Beziehung den Vorzug, aber das Mauerwerk in den rund ausgearbeitetenSchachten wird fester.
Es wurde im Tunnel des A. B. der chinesischen Eisenbahn auch ein Versuch, auf ausdrücklichen Befehl desersten Technikers, mit rund gemauerten Lnftziegelschachtcn von 3^ im Durchmesser gemacht, wie Taf. XV. Fig. 3.zeigt. Allein eS fand sich bald, daß man zu kleine Fördereimer haben müsse, und daß man keine Wetterlotteueinbauen könne. Ferner ließ der als Betriebssichrer beigegebcne Taugenichts durch seine Spießgesellen diese Schachte,von welchen er glaubte, es sei eine kostbare Jnvcntion des Sections-Mandarinen, in einer Nacht mehrere Fußeaus dem Lothe bringen, so daß cS gefährlich war, darin zu arbeiten. Da man nun voraussah, daß bei derNatur deö Bodens kein so festes Felsenflötz oberhalb des Tunnelgewölbes vorkommen würde, worauf der Schachteinen festen Fuß fassen könnte, auch gewiß eine große Menge Risse von oben bis unten entstanden sein würden,