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ampton Mater. Die Stadt bildet jetzt eine eigene Grafschaft, und schickt als solche 2 Mitglieder in's Unter«Haus, die dort in ihrem Namen sprechen, schnarchen und ja und nein sagen, oder gar immer abwesend seynkönnen, wenn es ihnen beliebt. In der Nähe des westlichen Quais ist eine Reihe bequemer Bäder, in welchendas Wasser bei jeder Hauptfluth erneuert wird. Auch ein bequemes, warmes Bad ist vorhanden. Weiter vor-wärts am banal ist eine andere Reihe von bequemen und stark besuchten Bädern, und verschiedene Bademaschi-nen sind in dem Croßhouse, in der Nähe von Jtchin Fcrry, errichtet worden. Am Ende von Orchardstreet,außerhalb Bargate ist eine Quelle derselben Art, wie jene von Tunbridge Well's, die auch eben so heilsam fürdieselben Gebrechen ist. Die öffentlichen Gebäude liegen in der Nähe der Bäder und sind schön. Hier ist auchein gutes Theater, verschiedene gute Bibliotheken und 3 respectable Banken, die durch das Falliment der Bankder Insel Wight indeß viel am Vertrauen verloren haben. Nettey Abbey wird viel wegen seiner Schönheitbesucht. Die Errichtung von Dampfboten, worunter die Lady Saumarez, die mich nach der Insel Wight brachte,mit Morgans Patentschaufelrädern, die immer lothrecht in's Wasser eingreifen und sich senkrecht aus demselbenherausheben, bietet große Leichtigkeit im Verkehr mit der Insel Wight , der Küste Frankreichs und den Inselnim Canal. Dann ist eine Visite nach der Cathedrale von Salisbury , welche mit. Recht das reinste gothisch-englische Gebäude in England genannt wird, sehr der Mühe werth, und die Fahrt aus der Landstraße dahinvon Sonthampton aus ist durch eine so schöne Gegend, welche man als einen einzigen großen Park betrachtenkann, daß es sich wohl nicht entschuldigen läßt, wenn man diese Partie nicht in zwei Tagen gemacht hat,wenn Zeic und Mittel dies erlauben.

Die Insel Wight kann bei ihrer Lage und vermöge ihrer Naturschöuhciteu das kleine englische Para-dies mit Recht genannt werden, und es wird daher unsern geehrten Lesern vielleicht eine Beschreibung derselbeneben so willkommen seyn, als es uns angenehm ist, die Zeit zurückzurufen, wo eS unS vergönnt war, dort imFrühlinge zu lustwandeln. Im polytechnischen Institut auf der Negentsstraßc, unweit Orsord Regent-Circus, ist-ein Modell dieser Insel vergrößert zu sehen, welches das Undcr Clif dieser reizenden Insel darstellt, und es magwohl viele Einwohner Londons geben, die, durch Umstände gehindert, nichts mehr von der reizenden Insel ge-sehen haben, als dies Modell. Da jetzt die Fahrt von London nach Portsmouth , Sonthampton und von dortauS mit einem Dampfschiffe in demselben schönen Sommer-, oder Frühlings-, oder Herbsttage abgemacht werdenkaun, so wird es den Deutschen , welche London besuchen, leicht seyn, eine Ausflucht dorthin zu mächen und etwaacht Tage darauf zu verwenden. Die lieblichen Schönen der Insel, mit den schwarzen, südlichen Augen sindauch nicht zu verachten; es sind Französinnen mit englischen Sitten und Kleidern.

Die Zufahrten nach dieser Insel sind von Southampton und Portsmouth , und die Diftancen dahin, wiefolgt: Von Southampton zu Wasser nach Eowes 12 englische Meilen, und von Portsmouth dahin ebenfalls12 englische Meilen, dagegen von Portsmouth nach Ryde 5 engl. Meilen, also etwa so weit als von Stepnitzin Pommern nach Gasnitz über das Pagenwasscr, über welches ich oft in kleinen Scgelnachen in meiner frühenJugend fuhr, waS meine große Liebe zu Ercursionen auf dem Meere einigermaßen rechtfertigt.

Da die Entfernung von Portsmouth nach Ryde die kürzeste ist, so wird die Uebersahrt dort von den Mei-sten vorgezogen, die von Portsmouth aus die Insel bemchen.

Die Oberfläche des Landes hat alle Verschiedenheiten, die nur ein großes Land darbieten kann, mit Aus-nahme hoher Berge: Wälder, Thäler, Berge, Hügel, Felsen und Flüsse. Das Elima ist besonders der Vegetationgünstig und sehr gesund, wie Fremde und Eingeborene beweisen, und die Myrthen wachsen und blühen hier, ohneden geringsten Schaden zu leiden, mitten im Winter, und sogar erotische Gewächse gedeihen hier, als wenn siein ihrem Vateriande wären.

Eowes ist der beste Hafen der Insel. Dieser Qrt wird durch den Medinafluß in zwei Abtheilungen ge-schieden, nämlich East Eowes und West Eowes, wovon Letzteres die größere Abtheilung bildet. Die Straßensind enge, aber die Kramläden sehr zahlreich und stehcn den meisten Städten Englands nicht nach, sowohl inEleganz als der Menge Artikel, und es sind sogar Dinge hier, die man anderswo nicht findet. Diese Hafen-stadt zählt 5000 Einwohner, welche sich meistens dem Handel, der Schifffahrt und dem Wirthshausdienste wid-men. Drei bischöfliche und mehrere disscntirende Kapellen sind hier, nebst einer römisch-katholischen , weil die