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der verpestete Unrath der Servers, welcher durch die Ebbe zwar abwärts, aber durch die Fluth wieder auf-wärts geführt wird, so daß doch eiu Tbcil davon mit dem Wasser zwischen Thamcsbank und Chelsea ver-mischt werden mnß. Dieselbe Einwendung machte ich gegen die Filtrirmaschiue unterhalb des Towcrs, welcheihr Wasser auf Schiffe und in die Stadt sendet. Es wurde mir aber von den Schiffern in den East Jndiaund West Jndia Docks gesagt, daß das Wasser, was unterhalb London aus der Themse filmet und anBord genommen würde, sich viel länger halte, als jenes, was man oberhalb oder aus den Nebenflüssen entnehme.Ob dies wahr sey, mag dabin gestellt seyn, weil keine Nation der Erde mebr lügt, als die Engländer, undkein Mensch es weniger leiden kann, ein Lügner genannt zu werden, als ein Engländer, so daß ick den Schiffs-baumeistcr Mare zu Dlackwall wegen seines unwürdigen Betragens nur dadurch empfindlich strafen konnte, daßich ihn mündlich und schriftlich einen re. und Verrückten nannte, was er geduldig einsteckte.) Das Themse -wasser bringt die meisten Unrcinlichkeiten in die Filtrirbetten, wenn die Landfluthen oder Ueberschwemmungendurch Regen eintreten, welche aus dem Oolithen-, dem Kreide- und Thongebirge eine Menge feiner Lehm- undThonthcilchen mit sich führen. Ungeachtet dessen ist eS nicht nöthig, mehr als einen Zoll tief bei jeder Reini-gung wegzunehmen. Ist dieser Zoll unreiner Sand weggenommen, der sich später bei der Bereitung der Kunst-ziegel gut benützen läßt, so wird die ganze obere Schicht mit einem Spaten 6 bis 9 Zoll tief umgegraben,1 Zoll hoch neuer Sand zugesetzt, und das zu filtrirende Wasser über das so zubereitete Bette gebracht, danndieselbe Procedur mit dem andern Filtrirbette vorgenommen. (Das meiste hier Gesagte hat mir der würdigeEivilingenieur James Simpson selbst erklärt.) Das Filtriren gibt sich durch ein seines Aufwärtssprudeln derLuft und anderer Gase zu erkennen, welcher Gasentwicklung wohl hauptsächlich die Geruch- und Geschmacklosig-keit des klaren Wassers dieser Gesellschaft zuzuschreiben ist.

Man filtrirt täglich zwischen 800,000 und 400,000 englische Enbikfuß Wasser, nach dem Bedürfniß der18,000 mit Wasser zu versehenden Häuser (nach Angabe des Herrn Simpson). Die rückensörmige Gestalt desFiltrirbettes erlaubt, daß man auf einigen Stellen filtriren kann, während die andern trocken bleiben und gerei-nigt werden. Außerdem geht der größte Theil deS seinen Schlammes immer nach den tiefsten Stellen hinunter,und kann desto leichter gereinigt werden. Auch wird der feine, mit Schlamm verdorbene Sand nicht aus einmalvon der ganzen Oberfläche weggenommen, sondern nur nach und nach, und ebenso durch frischen ersetzt.

Die sämmtlichen Filtrirreservoirs nehmen ungefähr lO'/r Magdeburger Morgen Raum ein, und erfüllenmit dem besten Erfolg ihren Zweck. Außer diesen hat die Gesellschaft aber auch die beiden berühmten undberüchtigten Bassins, das eine im Hyde Park, wo sich die Londoner gern im klaren Wasser ertränken, und imGreen Park neben Piccadilly, so daß man von dieser Straße in dasselbe sehen kann. Sie nehmen das filtrirteWasser auf, um es in den Häusern der tieferliegenden Stadttheile zu vertheilen, weil die Wasserwerke selbst sehr

tief liegen. Nach Herrn Simpson's Angabe hat die Gesellschaft blos in den Straßen an Hauptröhren 2l eng-lische Meilen gußeiserne, 3 englische Meilen hölzerne und l englische Meile irdene Röhren. Die beiden letzten:

Arten werden nach und nach durch eiserne ersetzt und keine neuen mehr davon gemacht, weil sie fortwährenden

Reparaturen ausgesetzt sind.

Die Bruttoeinnahme der Gesellschaft beträgt jährlich zwischen 24,000 und 26,000 Pfd. Sr., wozu diekleinsten Haushaltungen mit 1 Sh. 6 P. und die Brauereien erster Classe mit 2000 bis 3000 Pfd. St. jährlichbeitragen. Die Ausgabe ist zwischen 14,000 und 15,000 Pfd. St.

Der Distriet, welchen die Gesellschaft mit Wasser versorgt, enthält alle Theile von Wcstminsler, welchessüdlich und westlich einer Linie liegt, die man vom Norihumberland - Palaste am Trafalgar Sgnare überSt. Martin'S Lane, durch Duke's Court, die alten King's MewS zu beiden Seiten von Pall Mall East unddie Südseite von Pall Mall und Cleveland's Row ziehen kann. Dann nimmt sie die Gränze von Green Park,St. Jame's Street und geht zu der Südseite von Piceadilly, die Gränze von Hyde Park, um BaySwater herumnach Kensington Pallaee, bis halben Weg nach House Kensington, v,on da in gerader Linie nach Brompton,Fulham Noad, Little Chelsea und nach der Themse herunter, so daß ganz Pimlieo mit in den Bezirk fällt.

Für die Wasserbeschaffung im Großen aus Flüssen und selbst aus Quellen, deren Wasser nicht ganz klarist, möchte diese Art, es zu reinigen, sehr zu empfehlen seyn, sowohl im Kleinen als im Großen, da es nur zu