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bei hoben Fangdämmen und andern Wasserbauten leisten kann. A. W. Beyse), weil der alte Sand nicht vorhrentfernt worden war, bevor man den neuen hinzufügte. Der alte Sand mußte deshalb mit dem neuen eniseritwerden, bevor man die neue obere Schicht wieder ausbrachte.

Obgleich die Oberfläche in diesem Falle vorher durchweg gereinigt worden war, wurde doch ein feiner Schirmnauf dem alten Sande gebildet, welcher durch den Sand so gut unterstützt wurde, daß eine 5 Fuß hohe Wrfse--säule zuerst nur langsam und später gar nicht mehr durchdringen konnte.

Der Filtrirproceß wurde außerordentlich durch die Einführung der kleinen.Muscheln verbessert, wie man s,ebei Sherneß findet, und deren flache Oberflächen den Kies bedecken und so das große Bedürfniß erfüllen, denfeinen Sand von dem Kiesel zu trennen, und das Durchrieseln von dem Sande bis zum Kiesel zu begünstigen,welches sehr wesentlich ist, eine für Wasserwerke hinreichend schnelle Filtration zu bewirken.

Die Erdschichten, welche die Natur gebildet hat, bestehen dort, wo die Wasserwerke angelegt sind, ausTammerde, Lehm, Sand, Kies,-welche den Londonthon (blauen fetten Thon) 30 Fuß hoch bedecken. Der Sandund der Kies haben starke Quellen von höher liegenden Puncten gebildet, und die Massen von eisenhaltigenConglomeraten, durch welche diese Quellen fließen, sind so groß, daß ihr Wasser ungesund für den täglichenGebrauch ist; deshalb mußte man alles Quellwasser von dem Filtrirbasfin sorgfältig absperren, und zwar durchpräparirten Thon und Cementmauern.

Eine so tiefe Aushebung des Bassins im Sande und Kies, daß das Flußwasser eindringen konnte, würdeeine zu große Ausgabe veranlaßt haben, und dieser Umstand führte zu der Construction des Bassins in einerHöhe, rvelche das Aufpumpen des Wassers unvermeidlich machte. Aber das Klären dcS Wassers, ein fortwährendunter Controle stehender Zufluß zum Filtrirbasfin, die vollkommene Trockenlegung jedes Bassins, wenn es nöihigist, welche alle aus dem Plan, das Wasser in die Höhe zu heben, entstehen, noch mehr aber die Zinsen deSersparten Anlagecapitals, haben mehr, als nöthig war, die jährliche Ausgabe für Maschinenkraft gedeckt.

Es sind jetzt zwei Filtrirbassins vorhanden (in welchen ich manches Mal im Jahr l84l und 18ck2 spazierengegangen bin, wenn sie abwechselnd trocken gelegt worden waren), welche 1 Vr Magdeburger Morgen einnehmen, unddrei erhöhte Reservoirs, in welchen sich das Wasser klärt, ehe es zu den Filtrirbassins gelassen wird. Das crstceReservoir enthält das Thcmsewasscr, das zweite ebenfalls; sie werden abwechselnd gefüllt, und der Schlamm all«acht Tage von dem Steinpflaster weggenommen. Das dritte, worin das Wasser kömmt, welches von dem meistemNiederschlage bereits frei ist, wird nur alle Monate einmal vom Schlamme gereinigt. Aus ihm werden düeFiltrirbetten oder Bassins gefüllt. Tafel XUl. Figur 3 zeigt einen Durchschnitt des Filtrirbettes, so wie mnrHerr Simpson solchen mitgetheilt hat.

Das untere, über dem präparirten Thon und der Cementmauer liegende Stratum von Kics enthält diceTunnels zum Sammeln des filtrirten Wassers; diese Tunnels werden auS festen Ziegeln und Cementmaueringebildet, und man sieht deren Muster rechts neben dem Eingänge von Turpcntine Laue aus.

Diese Cemcntziegeltunnelö haben offene Fugen oben und an der Seite, und nur so viel Fugen, als nöthig;sind, die Tunnels zusammen zu halten, werden in Speise gesetzt. Auf dem untern Theil sind zwei große Fugenivon l s '2 Zoll und die Stoßfugen der Ziegelköpfe offen. Der grobe Kies umgibt die Tunnels unmittelbar, dannrfolgt feiner KieS, dann feiner Kies mit zerstoßenen Muschelschalen, wie die Figur 7 zeigt; weiter oben grobcrrKiessand und zuletzt als Dccklage, auf welcher das Wasser steht, seiner Sand.

Das Wasser wird an neun Stellen aus jedes Filtrirbett gelassen, um zu große Strömungen zu vermeiden,,und die Enden der Röhren sind mit gekrümmten Brettern umgeben, um die starken Strömungen zu brechen,,und zu vermeiden, daß die Sandoberfläche verdorben wird. Da die Zwischenräume in dem feinen Sande kleineresind, als jene der tiefer liegenden Schichten, so wird das Wasser schon an der Oberfläche völlig gereinigt, und,

wenn die obere Sandschicht gereinigt wird, was, wie man mir sagte, nur alle halben Jahre nöthig wird..

Alle vierzehn Tage wird die Oberfläche mit feinen Rechen aufgewühlt, und in dieser Zeit das andereeFiltrirbett benützt, und nach einer sorgfältigen Untersuchung hat sich ergeben, daß der feine Schlamm nur'6 bis 9 Zoll tief eindringt, je nachdem das Themsewasser Heller oder trüber ist. (Das Unappetitlichste,,

was sich mir bei Benutzung des Themsewassers für die Speisung der Stadt mit Trinkwasser aufdrang, warc